Senioren warten vor dem Eingang eines Messegeländes | dpa

Prognose bis 2035 Zahl der Rentner steigt deutlich an

Stand: 30.09.2021 12:29 Uhr

Bis 2035 wird die Zahl der Menschen im Rentenalter laut Statistischem Bundesamt auf 20 Millionen steigen. Die Folgen für den Arbeitsmarkt: Bereits in wenigen Jahren scheiden wohl mehr Menschen aus dem Erwerbsleben aus als neu hinzukommen.

In Deutschland wird es bis 2035 deutlich mehr Menschen im Rentenalter geben. Die Zahl der Personen im Alter ab 67 Jahren werde zwischen 2020 und 2035 um 22 Prozent steigen - von 16 Millionen auf voraussichtlich 20 Millionen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Besonders stark sind der Prognose zufolge die westlichen Flächenländer betroffen. Hier rechnen die Experten mit einem Anstieg von 25 Prozent. In den ostdeutschen Flächenländern, wo die Bevölkerung im Durchschnitt deutlich älter als im Westen ist, wird lediglich eine Zunahme um 13 bis 14 Prozent erwartet.

Negative Folgen für den Arbeitsmarkt

In den Stadtstaaten wie Berlin dürfte es demnach einen Anstieg von zwölf bis 13 Prozent geben. "Allerdings ist hier die Bevölkerung im Durchschnitt jünger als in den Flächenländern", so die Statistiker.

Die zunehmende Alterung hat auch ökonomische Folgen. Dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge dürfte 2023 der Zenit bei der Beschäftigung mit knapp 46 Millionen Erwerbstätigen überschritten werden. Danach scheiden wohl mehr Personen aus dem Erwerbsleben aus als neu hinzukommen.

Ab 2026 verliert Deutschland dem IfW zufolge jährlich etwa 130.000 Personen im erwerbsfähigen Alter. Die Folge: Die bei Normalauslastung mögliche Zunahme an Wirtschaftsleistung dürfte Ende 2026 nur noch knapp 0,9 Prozent betragen, während der langjährige Durchschnitt bislang noch bei 1,4 Prozent liegt.

Ökonomen sehen Chance in Zuwanderung

Laut der Ökonomen könnte dieser Effekt allerdings durch eine höhere Zuwanderung gedämpft werden. Zudem könnte eine bessere Kinderbetreuung dafür sorgen, die Erwerbsbeteiligung von Müttern zu erhöhen.

Ifo-Präsident Clemens Fuest schlägt zudem die Abschaffung des Ehegatten-Splittings vor, wodurch etwa 50.000 zusätzliche Vollzeitstellen entstehen könnten. Auch flexiblere Arbeitszeitmodelle könnten helfen, mehr Menschen für den Arbeitsmarkt zu gewinnen.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 30. September 2021 um 12:00 Uhr.