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Empfehlung der Experten-Kommission So könnte die Rente nach 2025 geregelt sein

Stand: 27.03.2020 14:35 Uhr

Die Rentenkommission hat ihre Empfehlungen zur Rente nach 2025 gegeben: Das Rentenniveau soll nicht unter 44 Prozent sinken, der Beitragssatz könnte auf bis zu 24 Prozent steigen. Zur Altersgrenze gibt es keine Festlegung.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hat ihren Abschlussbericht vorgelegt. Darin empfiehlt sie für das Rentenniveau - also das Verhältnis einer Durchschnittsrente zu einem Durchschnittseinkommen - ab 2025 einen Korridor zwischen 44 und 49 Prozent. Derzeit liegt das Rentenniveau bei 48,2 Prozent und soll bis 2025 nicht unter 48 Prozent sinken.

Der Beitragssatz von derzeit 18,6 Prozent für die gesetzliche Rentenversicherung sollte nach der Empfehlung der Kommission ab 2026 zwischen 20 und 24 Prozent des Einkommens liegen. Diese verbindlichen Haltelinien sollen nach den Vorstellungen der Experten für jeweils sieben Jahre festgelegt werden. Laut den Kommissionsempfehlungen würde die erste Festsetzung durch den Gesetzgeber im Zeitraum von 2026 bis 2032 gelten, die zweite dann von 2033 bis 2039.

Debatte über Altersgrenze

Zu einer weiteren Anhebung der Regelaltersgrenze legte sich die Kommission nicht fest. Diese Frage sollte zu einem späteren Zeitpunkt in einem Alterssicherungsbeirat beraten werden, empfiehlt sie. Dieser solle im Jahr 2026 erstmals eine Empfehlung aussprechen.

Die derzeitige Regelung sieht vor, dass bis zum Jahr 2031 das Rentenalter stufenweise auf 67 Jahre angehoben wird. Es gibt jedoch Forderungen - unter anderem von Arbeitgebervertretern - angesichts einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung über die "Rente mit 67" hinauszugehen. Die Gewerkschaften lehnen das ab.

Keine Aufnahme von Beamten

Die Aufnahme von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung empfahl die zehnköpfige Kommission nicht. Zwar gebe es Argumente, die dafür sprächen, doch gelte dies für den Aspekt der nachhaltigen Finanzierung der Rentenversicherung "voraussichtlich eher nicht", heißt es in dem Bericht.

So sei zu berücksichtigen, dass den zunächst entstehenden finanziellen Entlastungen langfristig hohe zusätzliche Rentenleistungen gegenüberstehen würden. Gleiches gelte für die Einbeziehung der Abgeordneten in die Rentenversicherung. Alle Reformmaßnahmen in der gesetzlichen Rentenversicherung sollten aber wirkungsgleich auf die Beamtenversorgung übertragen werden.

Ziel: Rentensystem "wetterfest" machen

Auch grundsätzliche Änderungen am Rentensystem empfahl die Kommission nicht. Die gesetzliche Rentenversicherung sei der Kern der Alterssicherung in Deutschland, erklärte sie. Damit die Bevölkerung Vertrauen in die gesetzliche Rente habe, müssten die Altersbezüge nach einem langen Arbeitsleben auskömmlich sein.

Die Rentenkommission hatte ihre Arbeit vor mehr als eineinhalb Jahren aufgenommen. Das Expertengremium war beauftragt, Vorschläge zu präsentieren, wie das Rentensystem über das Jahr 2025 hinaus "wetterfest" gestaltet werden kann. Die Kommission besteht aus Politikern der GroKo-Parteien, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände sind ebenso vertreten wie Wissenschaftler.

Mit Informationen von Kai Küstner, ARD-Hauptstadtstudio

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. März 2020 um 14:05 Uhr.