Ein alterer Mann auf einer Bank neben einem Fahrrad | dpa

Mini-Steigerung im Osten Keine Rentenerhöhung im Westen

Stand: 18.03.2021 14:56 Uhr

Rentnerinnen und Rentner in den alten Bundesländern werden in diesem Sommer erstmals seit Jahren keine Rentenerhöhung bekommen. In den neuen Bundesländern gibt es nur einen kleinen Anstieg. Grund ist die Corona-Krise.

Nach jahrelangen Rentensteigerungen fällt die sonst im Sommer übliche Erhöhung der Altersbezüge in diesem Jahr wegen der Corona-Krise im Westen Deutschlands aus. Im Osten wird es nur eine Mini-Anhebung um 0,72 Prozent geben. Das gab Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bekannt. Zeitverzögert wirke sich die Krise nun auch auf die Rentenanpassung aus, sagte der SPD-Politiker.

Seit zehn Jahren waren die Renten immer gestiegen

Im vergangenen Jahr hatte es zunächst noch einmal eine kräftige Steigerung um 4,2 Prozent im Osten und 3,45 Prozent im Westen gegeben. Zum letzten Mal war 2010 - im Jahr nach der Finanzkrise - eine Rentenerhöhung ausgefallen. Seitdem sind die Renten jedes Jahr gestiegen.

Löhne gingen 2020 zurück

Grundlage für die jährliche Anpassung ist unter anderem die Lohnentwicklung im Vorjahr. Die Berechnung basiert auf Daten des Statistischen Bundesamtes. Demnach betrug die maßgebliche Lohnentwicklung im vergangenen Jahr im Westen -2,34 Prozent. Rechnerisch würde sich daraus sogar eine Rentenkürzung ergeben. Das ist aber durch eine "gesetzliche Rentengarantie" ausgeschlossen.

Ost-Renten werden schrittweise angepasst

Die Bezüge bleiben daher im Westen auf dem aktuellen Niveau. "Auch und insbesondere in Krisenzeiten wie der aktuellen Covid-19-Pandemie können sich die Rentnerinnen und Rentner auf die gesetzliche Rente verlassen", sagte Heil. Dass die Renten im Osten trotz Krise anders als im Westen leicht steigen, liegt an der sogenannten Angleichungstreppe: Bis 2024 wird der Rentenwert im Osten schrittweise an den im Westen angepasst, bis er gleich hoch ist.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. März 2021 um 14:00 Uhr.