Eine Rentnerin nimmt Geld aus ihrem Portemonnaie | Bildquelle: dapd

Wegen gestiegener Löhne Renten steigen kräftig

Stand: 20.03.2020 20:25 Uhr

Zuletzt, in der guten Zeit, sind die Löhne kräftig gestiegen. Deshalb könne dies nun auch die Rente - auch in der Corona-Krise. Denn, so der Arbeitsminister, auch hier gelte: "In guten wie in schlechten Zeiten".

Die über 21 Millionen Rentner in Deutschland können sich erneut über ein deutliches Plus bei ihren Altersbezügen zur Jahresmitte freuen. Die Renten steigen zum 1. Juli im Westen um 3,45 Prozent und im Osten um 4,20 Prozent, wie das Bundesarbeitsministerium mitteilte. Damit wachsen die Renten sogar noch etwas stärker als zunächst vorhergesagt.

Deutlich spürbares Plus

Eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, erhöht sich dadurch um 34,50 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 42,00 Euro.

Minister Hubertus Heil und die Deutsche Rentenversicherung sprachen angesichts der Corona-Krise von einem wichtigen Signal in schwierigen Zeiten. "Es gilt das Grundprinzip, dass die Renten den Löhnen folgen", erklärte Heil. "In guten wie in schlechten Zeiten."

Renten folgen den Löhnen

Die aktuelle Rentenanpassung folge der guten wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2019. "Auch die Angleichung der Rentenwerte in Ost und West schreitet weiter voran." Die Renten im Osten steigen mit der jetzigen Anhebung auf 97,2 Prozent des Westniveaus. Bis zum Jahr 2024 soll es aufgrund einer Gesetzesvorgabe von 2017 schrittweise auf 100 Prozent klettern.

"Gute Nachricht in schwierigen Zeiten"

Das Rentenniveau beträgt insgesamt 48,21 Prozent des durchschnittlichen Einkommens. "Das ist in diesen schwierigen Zeiten wirklich eine gute Nachricht", erklärte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach. "Die Rentenversicherung kann damit in der aktuellen wirtschaftlichen Lage ein positives Signal setzen."

Dunkle Wolken am Horizont

Doch für die Rente ziehen dunkle Wolken am Horizont auf. Zum einen dürfte die Corona-Krise zu einer deutlichen Delle bei Löhnen und Beschäftigung führen - was dann später auch einen Effekt auf die Rentenhöhe hat.

Zudem kommen mit dem Übertritt der geburtenstarken Jahrgänge in die Rente in den nächsten Jahren weniger Beitragszahler auf zahlreichere Rentner. Der Beitragssatz von 18,6 Prozent dürfte laut dem jüngsten Rentenversicherungsbericht bis 2024 stabil bleiben. Bis 2025 darf er laut Gesetz auch nicht über 20 Prozent steigen. Dann dürfte er ansteigen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. März 2020 um 20:00 Uhr.

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