Zwei Seniorinnen laufen mit Nordic-Walking-Stöcken über einen Platz | dpa

Kabinettsbeschluss zur Rente Nullrunde im Westen, kaum mehr im Osten

Stand: 27.04.2021 12:55 Uhr

Wie angekündigt hat das Bundeskabinett eine Nullrunde bei den Renten im Westen beschlossen - im Osten sollen die Bezüge nur geringfügig steigen. Grund sind gesunkene Löhne in der Corona-Krise.

Das Bundeskabinett hat wie angekündigt eine Nullrunde für die Rentner in Westdeutschland in diesem Jahr beschlossen. Die Altersbezüge werden im Juli nicht - wie in den vergangenen Jahren üblich - erhöht. Auch im Osten soll es nur eine geringe Erhöhung von 0,72 Prozent geben.

Rechnerisch müsste die Rente sogar sinken

Grund ist die Corona-Pandemie, wie Sozialminister Hubertus Heil (SPD) sagte. Die Entwicklung der Rente ist an die Löhne gekoppelt - und die waren im vergangenen Jahr im Schnitt gesunken. Rein rechnerisch müssten die Bezüge für die gut 21 Millionen Rentner in Deutschland deswegen sogar um 3,25 Prozent sinken. Eine Rentenkürzung ist durch die gesetzliche Rentengarantie aber ausgeschlossen, deswegen bleiben die Bezüge im Westen auf ihrem derzeitigen Niveau. Im Osten steigen sie dennoch leicht, weil der Rentenwert schrittweise bis 2024 an den im Westen angeglichen werden soll.

Zum letzten Mal fiel eine Rentenerhöhung nach der Finanzkrise 2010 aus. Seitdem stiegen die Bezüge jährlich. Im Juli vergangenen Jahres waren die Renten im Westen um 3,45 Prozent und im Osten um 4,2 Prozent gestiegen, weil dafür die gute Lohnentwicklung von 2019 maßgeblich war.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. April 2021 um 14:00 Uhr.