Ein Strand bei Antalya in der Türkei | Bildquelle: REUTERS

Corona-Pandemie Die Türkei bleibt Risikogebiet

Stand: 17.06.2020 06:53 Uhr

Für die meisten europäischen Staaten hat die Bundesregierung die Corona-bedingten Reisewarnungen aufgehoben. Doch das drittbeliebteste Urlaubsziel der Deutschen bleibt als Risikogebiet eingestuft: die Türkei.

Für Reisende aus Deutschland bleibt die Türkei Corona-Risikogebiet. Die Bundesregierung hat das Land entsprechend eingestuft, ebenso 130 weitere Staaten. Auf der vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Liste stehen auch andere beliebte Urlaubsländer der Deutschen wie Ägypten, Thailand und Marokko. Sie wird regelmäßig aktualisiert. Wer aus einem Risikogebiet wieder nach Deutschland einreist, muss damit rechnen, 14 Tage Quarantäne verordnet zu bekommen.

Vor allem die Türkei drängt darauf, die Reisewarnung aufzuheben. Es ist nach Spanien und Italien das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen. Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte sich vor einigen Tagen enttäuscht über den Kurs der Bundesregierung gezeigt. Alles sei vorbereitet für eine sichere Reise in die Türkei, sagte er dem "Spiegel" und erklärte: "Die wissenschaftlichen Gründe hinter der Entscheidung sind für uns nur schwer zu verstehen."

Türkei hat Beschränkungen wieder aufgehoben

Die Türkei hat in der vergangenen Woche die Einreisebeschränkungen weitgehend aufgehoben und den Flugverkehr wieder aufgenommen, auch nach Deutschland. Nach Ansicht der Regierung in Ankara ist an den Urlaubsorten am Mittelmeer wie Antalya und Bodrum für alle Corona-Sicherheitsvorkehrungen gesorgt.

Die Bundesregierung hatte wegen der Corona-Pandemie Mitte März eine weltweite Reisewarnung verhängt. Diese wurde am Montag für 27 europäische Länder aufgehoben. Für mehr als 160 Staaten außerhalb der EU besteht sie bis Ende August weiter, kann aber für einzelne Länder auch vorher aufgehoben werden. Für ein Risikogebiet ist das aber kaum denkbar.

Neuinfektionen entscheidend für Risikoeinstufung

Ausschlaggebend für eine entsprechende Einstufung ist vor allem die Zahl der Corona-Neuinfektionen. Sind es mehr als insgesamt 50 auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, gilt ein Land als Risikogebiet. Aber auch wenn die Infektionszahl niedriger liegt, kann ein Land zum Risikogebiet erklärt werden - zum Beispiel bei mangelnden Testkapazitäten oder unzureichenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. "Ebenso wird berücksichtigt, wenn keine verlässlichen Informationen für bestimmte Staaten vorliegen", heißt es auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts.

Einziges EU-Land, das noch als Risikogebiet gilt, ist Schweden. Von den Ländern außerhalb der Staatenunion sind zum Beispiel Tunesien, Neuseeland und Australien nicht als Risikogebiet eingestuft.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Juni 2020 um 11:00 Uhr.

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