Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn bei der Regionalkonferenz in Böblingen.  | Bildquelle: FRANZISKA KRAUFMANN/EPA-EFE/REX/

CDU-Regionalkonferenz Heimspiel in Böblingen

Stand: 27.11.2018 22:21 Uhr

Das Ländle als Merz-Land? Bei der Regionalkonferenz in Böblingen konnte dieser Eindruck entstehen. Doch noch etwas wurde klar: Je näher der Parteitag rückt, desto nervöser werden die Kandidaten.

Von Oliver Köhr, ARD-Hauptstadtstudio

Es läuft einfach nicht rund für Jens Spahn. Erst taucht aus der Versenkung der Kandidat Friedrich Merz auf, der ihm die Themen und den Zuspruch nimmt. Dann liegt er in allen Umfragen zum Parteivorsitz der CDU abgeschlagen hinten. Und jetzt, als die zweite Runde der Regionalkonferenzen in Böblingen beginnt, hat die Moderatorin von der CDU nicht mal seinen Namen drauf: Sie begrüßt Thomas Spahn.

Da hilft nur: Augen zu und durch. Denn der Dreikampf von Merz, Spahn und Annegret Kramp-Karrenbauer geht weiter. Wer nach der Auftaktrunde gedacht hatte, das wird die immergleiche brav-biedere Frage-Antwort-Runde, der muss jetzt erkennen: Je näher die Wahl, je näher der Parteitag rückt, desto eher zeigen die Kandidaten Nerven.

Jens Spahn spricht bei der Regionalkonfernez in Böblingen. | Bildquelle: dpa
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Gesundheitsminister Jens Spahn: Augen zu und durch - auch, wenn es nicht so läuft wie erwartet.

Ganz Baden-Württemberg ein Merz-Land?

Der Streit ums Asylrecht, der Streit wegen der AfD, der Streit um die obere Mittelschicht: So viel harte Auseinandersetzung hatten in der CDU nur wenige erwartet. Jetzt dürfen die größten Landesverbände Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg diskutieren.

Die stellen die meisten der 1001 Delegierten beim Parteitag, die den neuen Chef oder die neue Chefin der CDU wählen. Bei denen kommt es also darauf an zu punkten. Das Ländle, das soll Merz-Land sein.

Zumindest konnte der Eindruck entstehen, dass ganz Baden-Württemberg ein einziges Merz-Land ist. Der Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten aus Künzelsau verkündete, kaum war der Name Merz öffentlich, "die Kreisverbände" seien elektrisiert von Merz. Ob er damit alle meint oder welche genau, blieb unklar.

Annegret Kramp-Karrenbauer, Kandidatin für den CDU-Bundesvorsitz, spricht bei der CDU-Regionalkonferenz zu Parteimitgliedern. | Bildquelle: dpa
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Annegret Kramp-Karrenbauer, Kandidatin für den CDU-Bundesvorsitz, spricht bei der CDU-Regionalkonferenz zu Parteimitgliedern.

Liebling des Mittelstandes

Von Stetten jedenfalls ist Chef des Parlamentskreises Mittelstand, dem mehr als die Hälfte aller Bundestagsabgeordneten angehören. Merz, das kam als Botschaft an - und sollte wohl auch so ankommen - ist der Liebling des Mittelstandes.

Aus der baden-württembergischen CDU kommen auch die Geschichten, wonach Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble auf Merz zugegangen sein soll, ihn zur Kandidatur - je nachdem, wen man fragt - ermuntert, ermutigt oder gar gedrängt haben soll.

Inzwischen gilt als mindestens genauso wahrscheinlich: Merz ist auf Schäuble zugegangen und gedrängt hat nur einer - und der heißt nicht Schäuble. In der Böblinger Wirklichkeit sieht es aber tatsächlich alles nach einem Heimspiel für Merz aus. Der Applaus für ihn ist am längsten, am lautesten und vielleicht auch am ehrlichsten.

Merz stänkert gegen die SPD, Merz stänkert gegen die Grünen, und Merz stänkert gegen die CDU, wie sie sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Da kann er mühelos punkten, jedenfalls eher als Kramp-Karrenbauer mit Bewahrung der Schöpfung und Spahn mit Generationengerechtigkeit. Beim Sozialen ist Merz schwächer. Dabei gibt es reichlich Interesse am Thema. Aber Merz ist schnell bei Eigenheimquote und Steuersenkung. Eine Frage zu Frauen beantwortet er gar nicht.

Eindrücke von der CDU-Regionalkonferenz in Böblingen
morgenmagazin, 28.11.2018, Julia Henniger/Eva Macht, SWR

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Selbst ein Spahn-Fan findet sich

Überhaupt: In der Diskussion bringen die anderen Kandidaten Ideen. Spahn schlägt eine Grundsteuer-Befreiung fürs erste Wohneigentum vor. Kramp-Karrenbauer will den Mobilfunkstandard 5G "an jeder Milchkanne" - und widerspricht damit der Bundesbildungsministerin, ebenfalls CDU.

Bei der Zufallsumfrage danach: Klar, da sind Merz-Begeisterte. Viele, aber längst nicht alle. Da ist die Frau aus Sigmaringen, die eine Präferenz für Kramp-Karrenbauer durchblicken lässt. Ein älterer Herr, der sich schon ganz sicher ist, dass Kramp-Karrenbauer die richtige ist. Und selbst ein Spahn-Fan findet sich.

Das wichtigste bei allen Gewinner-Verlierer-Fragen ist aber: Egal, wer in Böblingen überzeugt hat, egal wer am Mittwoch in Düsseldorf überzeugt, egal wer in Umfragen der Meinungsforscher überzeugt. Es müssen 1001 Delegierte der CDU am 7. Dezember in Hamburg überzeugt werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. November 2018 um 04:58 Uhr.

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