Bergwerk Sollstedt im Landkreis Nordhausen (Thüringen)

Thüringen Nordhäuser Landrat schlägt Sollstedt als Standort für neues Kali-Werk vor

Stand: 09.07.2024 21:11 Uhr

Die Firma Südharz Kali will in Bernterode/Schacht und in Leinefelde im Eichsfeld ein neues Kalibergwerk anlegen. Weil die Pläne dort umstritten sind, bringt sich nun der Nachbar-Landkreis Nordhausen ins Gespräch.

Von MDR THÜRINGEN

Der Nordhäuser Landrat Matthias Jendricke (SPD) hat sich für einen Kali-Bergwerksstandort in Sollstedt in seinem Landkreis ausgesprochen. Jendricke sagte MDR THÜRINGEN am Dienstag, das sei die beste Lösung, um die Diskussionen im Landkreis Eichsfeld zu beenden und den Streit zwischen dem Projektentwickler Südharz-Kali und der Bürgerinitiative Eichsfeld-Wipperaue zu schlichten.

Sollstedt als Option betrachtet

Jendricke sagte, im Ohmgebirge befinde sich gutes Kalisalz, das gefördert und verarbeitet werden könne. Auch Südharz-Kali hatte bereits das Bergwerk in Sollstedt in Betracht gezogen. Der Eingang in Bernterode/Schacht im Kreis Eichsfeld würde dennoch genutzt werden, um in das Bergwerk einzufahren.

Unter Tage könne dann das Material mit einem umweltschonenderen Kaltlöseverfahren aufbereitet und der Rohstoff über Leitungen bis nach Sollstedt gefördert werden. Dort könne er dann über Tage verarbeitet werden. Der Standort in Sollstedt war eine von vier Varianten, die Südharz-Kali im Vorfeld präsentiert hatte. Alle Varianten sind möglich.

Alternative: Bernterode/Leinefelde

Das Unternehmen präferiert aber eine andere Variante: Untertage-Zugang in Bernterode/Schacht, Produktionsanlagen im 15 Kilometer entfernten Leinefelde. Als nächster Schritt steht für Südharz-Kali das bergrechtliche Genehmigungsverfahren an. Dann entscheidet sich, ob das Bergwerk und die dazugehörigen Produktionsanlagen tatsächlich gebaut werden können.

In Sollstedt war zu DDR-Zeiten jahrzehntelang ein Kali-Bergwerk betrieben worden. Es wurde nach der Wiedereinigung stillgelegt.

MDR (mte/dr)