Ein Verkehrsschild Höchstgeschwindigkeit 30 km/h vor einer Schule

Sachsen "Blitz für Kids" für sicheren Schulweg in Sachsen

Stand: 19.04.2023 16:09 Uhr

In Sachsen ist nach den Osterferien die Aktion "Blitz für Kids" gestartet. Damit sollen Autofahrer zu einer rücksichtsvollen Fahrweise im Bereich von Grundschulen angehalten werden.

Ein Polizeibeamter peilt mit einem Geschwindigkeitsmessgerät Fahrzeuge an. Im Hintergrund stehen Schulkinder.

Wie hier vor der Grundschule "Hans Carl von Carlowitz" in Chemnitz-Rabenstein gibt es in den nächsten zwei Wochen Geschwindigkeitskontrollen vor Schulen.

Von MDR SACHSEN

Seit Montag gibt es in ganz Sachsen Geschwindigkeitskontrollen vor Grundschulen. Bei der Aktion "Blitz für Kids" arbeiten die Sächsische Polizei und der ADAC zusammen. Aber auch Schülerinnen und Schüler sind bei den Verkehrskontrollen mit von der Partie.

"Aktion Blitz" für mehr Sicherheit auf sächsischen Schulwegen

Chemnitz-Rabenstein: Kinder unterstützen die Polizei

In Chemnitz unterstützten am Mittwoch Jungen und Mädchen der Grundschule Rabenstein "Hans Carl von Carlowitz" die Polizeibeamten bei ihrer Arbeit. Sie stoppten aber nicht nur Autofahrer, die zu schnell waren, sondern auch die, die sich an die Regeln hielten. Die bekamen dann von den Kindern ein Lob für ihre rücksichtsvolle Fahrweise. Jana Ulbricht, Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz, erklärt, wie die landesweite Aktion funktioniert: "Die Aktion 'Blitz für Kids' ist in zwei Wochen aufgeteilt. Die erste Woche gestaltet sich so, dass wir mit den Schülern, meistens der dritten oder vierten Klasse, gemeinsam die Verkehrskontrolle durchführen."

In der zweiten Kampagnenwoche kontrolliert die Polizei ohne Unterstützung der Schulkinder an denselben Stellen erneut die Geschwindigkeit. Wer dann zu schnell ist, dem droht ein Verwarn- oder Bußgeld, schlimmstenfalls ein Fahrverbot.

Ein Polizeibeamter steht an deinem Geschwindigkeitsmessgerät und erklärt einem Mann die Funktion. Im Hintergrund sprechen Schulkinder mit einem Plüsch-Drachen in Polizeiuniform.

Sachsens Innenminister Armin Schuster (re.) informierte sich in Chemnitz über den Start der landesweiten Aktion "Blitz für Kids".

Vorsicht Elektroauto!

ADAC-Sachsen-Chef Klaus Klötzner sagt, die Erfahrungen mit der Aktion seien sehr gut. Trotzdem gebe es immer wieder neue Herausforderungen, denn die Verkehrswelt ändere sich ständig. Stichwort Elektromobilität: "Unsere Elektrofahrzeuge sind alle etwas leiser und viel später zu hören. Aber ich muss auch sagen, das Zusammenspiel zwischen Fahrrad und Fußgänger, da ist noch Aufklärungsbedarf da. Man erlebt es immer wieder, dass der Fahradfahrer nicht weiß, dass ein Fußgängerüberweg für ihn auch gerade vor Schulen gilt."

Die Verkehrssicherheitsaktion "Blitz für Kids" gibt es seit 1995. Sie wurde mit dem ADAC ins Leben gerufen weil Kinder im Straßenverkehr besonders gefährdet sind. Im vergangenen Jahr verunglückten 1.277 Kinder bei Unfällen, ein Jahr zuvor waren es 1.021. Dabei starben im vergangenen Jahr zwei Kinder, im Vorjahr war es ein Kind. 2022 wurden bei "Kids für Blitz" 18.677 Fahrzeuge gemessen. Davon überschritten mehr als fünf Prozent die zulässige Höchstgeschwindigkeit.

MDR (mwa)