Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (M) steht im ehemaligen Gefängnis Hoheneck mit Zeitzeuginnen zusammen.

Burg Hoheneck in Sachsen Steinmeier eröffnet Gedenkstätte in DDR-Frauengefängnis

Stand: 11.07.2024 14:11 Uhr

Im ehemaligen DDR-Frauengefängnis arbeitet eine neue Dauerausstellung die politische Justiz in der Diktatur auf. Zur Eröffnung der Schau kam Bundespräsident Steinmeier nach Stollberg in Sachsen.

Von MDR SACHSEN

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Donnerstag auf Burg Hoheneck in Stollberg die neue Dauerausstellung zur politischen Strafjustiz und Verfolgung in der DDR eröffnet. Das Staatsoberhaupt erinnerte an die Inhaftierung von Gegnerinnen der SED-Diktatur.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (M) steht im ehemaligen Gefängnis Hoheneck mit Zeitzeuginnen zusammen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kam im früheren DDR-Frauengefängnis auf der Burg Hoheneck auch mit Zeitzeuginnen ins Gespräch.

Hoheneck wurde lange als Frauengefängnis genutzt. Steinmeier sagte, die Frauen seien unschuldig eingesperrt worden, weil sie frei und selbstbestimmt leben wollten. Es sei wichtig, dass ihr Schicksal in ganz Deutschland anerkannt werde. Viele von ihnen kämpften bis heute mit den Folgen der Haft, sagte Steinmeier und verwies auf die Trennung der Mütter von ihren Kindern und die Akkordarbeit, zu der die Frauen gezwungen wurden.

Steinmeier sieht westdeutsche Unternehmen in der Verantwortung

Unternehmen, die damals Produkte aus DDR-Fertigung in die Bundesrepublik Deutschland importierten, sollten laut Steinmeier zur Aufklärung beitragen und den Austausch mit ehemaligen Häftlingen suchen. Er rief überdies dazu auf, rasch Lösungen zu finden, um Frauen und Männern unbürokratisch zu helfen, die in der DDR aus politischen Gründen inhaftiert waren.

Die ehemalige Haftanstalt Schloss Hoheneck Hoheneck

In der ehemaligen Haftanstalt auf Burg Hoheneck in Stollberg eröffnet eine neue Dauerausstellung zur DDR-Justiz.

Burganlage seit 1864 Gefängnis

Das einstige Burgareal diente ab 1864 als Gefängnis. Von 1950 an richtete die DDR dort ihr größtes Frauengefängnis ein. Bis 1989 waren etwa 24.000 Frauen inhaftiert, rund 8.000 von ihnen aus politischen Gründen. Zeitweise waren dort auch Männer untergebracht. Nach der Wiedervereinigung wurde es bis 2001 weiter als Justizvollzugsanstalt genutzt. Seit 2019 wurde nun an einer Neukonzeption für Dauerausstellung und Gedenkstätte gearbeitet.

Die Dauerausstellung thematisiert politische Strafjustiz und Verfolgung. Die Ausstellung nimmt Haftbedingungen und Haftarbeit in den Blick. Außerdem werde die Geschichte des Gefängnisses seit seiner Entstehung im 19. Jahrhundert aufgezeigt, hieß es.


MDR (lam)/epd

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juli 2024 um 12:00 Uhr.