Kardinal Rainer Maria Woelki | Rolf Vennenbernd/dpa

Kölner Erzbischof Kardinal Woelki bietet Papst Amtsverzicht an

Stand: 02.03.2022 11:51 Uhr

Nach massiver Kritik am Umgang mit Fällen von sexueller Gewalt in der katholischen Kirche zieht der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki jetzt doch Konsequenzen: Woelki bietet dem Papst seinen Rücktritt an.

Der Papst werde zu gegebener Zeit darüber entscheiden, teilte das Erzbistum Köln am Mittwoch mit. Zunächst habe er Woelki angewiesen, seinen Dienst als Erzbischof von Köln wie geplant am Mittwoch wieder aufzunehmen - offenbar trotz großer Proteste.

Maria 2.0 vor Kölner Dom

Seit dem Morgen protestierte die Initiative Maria 2.0 vor dem Kölner Dom. Als die Nachricht an der Domplatte eintraf, sprangen die Aktivisten in die Luft. Erleichterung machte sich unter den Protestlern breit. Jetzt hoffen sie, dass dieser Rücktritt auch angenommen wird.

Die Veranstalter der Demo sprachen am Mittwochmittag von 300 Teilnehmenden, laut Polizei waren es rund 150. Sie hielten Plakate mit Aufschriften wie "Weg vom Dom, Woelki geh nach Rom" in die Luft.

Neben den Woelki-Kritikern demonstrierten auch Unterstützer vor dem Kölner Dom. Die rund 20 Menschen hielten weiße Rosen in den Händen und beteten den Rosenkranz. Als die Nachricht vom Rücktrittsangebot kam, verließen sie die Domplatte.

Kein öffentlicher Auftritt geplant

Die Ausgabe des Aschekreuz  | WDR/Frank Piotrowski

Aschermittwoch im Kölner Dom Bild: WDR/Frank Piotrowski

Ein zunächst geplanter, erster öffentlicher Auftritt des Kardinals bei einem Aschermittwochsgottesdienst im Dom war kürzlich wieder abgesagt worden. Im Rahmen seiner Rückkehr hat sich Kardinal Woelki dann heute mit einem Fastenhirtenbrief an die Gläubigen gewandt.

Der Erzbischof steht wegen seines Umgangs mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche in der Kritik. Im Erzbistum Köln hatte Woelki zuletzt an Rückhalt verloren. Seit Oktober war er in einer vom Vatikan verordneten Auszeit gewesen.

Quelle: wdr.de