Essens Felix Bastian (r.) und Duisburgs Chinedu Ekene (l.) im Duell | Christof Koepsel/ Getty Images for DFB

3. Liga Derby zwischen MSV und RWE: Mutmacher für beide Klubs

Stand: 06.08.2022 10:57 Uhr

Rot-Weiss Essen wähnt sich nach dem Comeback im Derby nun endlich "in der 3. Liga angekommen". Duisburgs Trainer Torsten Ziegner unterscheidet zwischen Einstellung und Ergebnis.

Von Julian Tilders

Ausverkaufte Duisburger Arena, ein Punkt für beide Kontrahenten – das Revier kann zufrieden sein. Zufrieden mit dem Fußballspiel, dass es am Freitagabend (05.08.2022) unter Flutlicht sehen durfte. Denn der MSV Duisburg und Rot-Weiss Essen lieferten sich ein furioses und leidenschaftliches Duell, an dessen Ende ein durchaus leistungsgerechtes 2:2 (1:0) stand.

Ziegner zufrieden – aber nicht mit dem Ergebnis

Und bezogen auf die Leistung seines Teams war Duisburg-Trainer Torsten Ziegner auch "hochzufrieden mit der Art, wie die Mannschaft aufgetreten ist, auch nach den Rückschlägen", wie eben die beiden RWE-Tore in der Schlussphase durch Torjäger Simon Engelmann (67.) und Lawrence Ennali (71.). Nehmerqualitäten des Teams – das macht Mut für die Saison.

Aber auch der 44-Jährige betonte nach dem Spiel: "Ich weiß, dass die Menschen hier nach Ergebnissen lechzen." Und deswegen fühle sich das Remis für den MSV auch "ein bisschen wie eine Niederlage" an.

Spielerisch kritisierte er, aus der Überlegenheit in Durchgang eins nicht mehr Kapital geschlagen zu haben: "Wir haben aus eigener Initiative das Tempo verschleppt und Essen nicht mehr so beschäftigt, wie wir es gerne wollten."

Auch Marvin Bakalorz sah das Spiel "mit einem lachenden und einem weinenden Auge", er habe bei überwältigender Stimmung im Stadion viele "Fortschritte" der Mannschaft im Vergleich zur Pleite gegen Osnabrück ausgemacht. Allerdings habe eben der MSV den Sieg in nur vier Minuten aus der Hand gegeben.

Mutmacher für RWE nach Auftakt-Schmach

Dass die Gäste von der Essener Hafenstraße am Ende nicht sogar noch siegreich vom Feld gingen, hatte der MSV seinem Torwart Vincent Müller zu verdanken, der mit einer Glanztat Felix Bastians' Versuch in der Nachspielzeit parierte.

Beinahe schon zu schön gewesen wäre das für Rot-Weiss Essen nach der ernüchternden Auftaktklatsche gegen Elversberg. Trainer Christoph Dabrowski bewertete den Abend jedenfalls doch noch als Mutmacher, nachdem er am "MagentaSport"-Mikro zuvor noch seine Enttäuschung ausgedrückt hatte, das Spiel nicht sogar gewonnen zu haben.

Er bilanzierte letztlich: "Ich kann mit dem Punkt sehr gut leben. Meine Mannschaft hat eine bedingungslose Mentalität gezeigt."

Dabrowski: "Sind angekommen in der 3. Liga"

Denn RWE musste einen frühen Nackenschlag durch das Tor von Duisburgs Bakalorz (6.) wegstecken, kam darüber hinaus auch spielerisch überhaupt nicht in die Partie. "Da kam wieder ein Stück weit das Gefühl aus dem Elversberg-Spiel in den Kopf", räumte Dabrowski ein.

Erst Daniel Hebers Lattentreffer sorgte für eine MSV-Schrecksekunde (17.). Doch zunehmend hielt Essen gut dagegen und spielte druckvoller, präziser, effektiver. Und das, nachdem MSV-Kapitän Moritz Stoppelkamp in Hälfte zwei die Anzeigetafel zunächst auf 2:0 für Duisburg gestellt hatte (52.).

Dabrowski lobte später auch die Einwechselspieler Moritz Römling und Torschütze Engelmann. Er befand: "In der zweiten Halbzeit sind wir, auch bedingt durch die Wechsel, endlich in der 3. Liga angekommen. Darauf können wir aufbauen."

"Englische Woche": MSV in Zwickau, RWE gegen Köln

Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt den Revierklubs nach dem intensiven Derby nicht. Die erste "Englische Woche" mit Spielen am Dienstag und Mittwoch steht für die Drittligisten an.

Sowohl Duisburg als auch Essen spielen am Dienstag um 19 Uhr. Dann empfängt Rot-Weiss Essen zum 3. Spieltag Viktoria Köln an der Hafenstraße, der MSV Duisburg tritt zeitgleich auswärts beim FSV Zwickau an.

Quelle: wdr.de