Drei Spielautomaten in einer Spielhalle | Marcel Kusch / WDR

Nordrhein-Westfalen Hagen: Haus von Spielhallen-Betrüger wird zwangsversteigert

Stand: 29.07.2022 07:48 Uhr

Mit manipulierten Spielautomaten hatte ein Hagener rund 20 Millionen Euro Steuern hinterzogen. Die Luxusautos seiner Großfamilie sind bereits versteigert, jetzt ist das Haus dran.

Der Fall war vor vier Jahren bundesweit bekannt geworden. Da hatte die Polizei vor dem Haus des Betrügers in Hagen-Haspe mehrere auffällig bunte Luxus-Sportwagen beschlagnahmt. Die wurden später versteigert. Jetzt kommt das Wohnhaus unter den Hammer. Es soll knapp 900.000 Euro wert sein. Geld, dass sich die Finanzbehörde von dem verurteilten Spielautomaten-Betrüger durch die Zwangsversteigerung zurückholen will.

Familie verweigert Zutritt zum Haus

Razzia in Hagen | WDR / Talash

Diese Luxuswagen wurden bereits versteigert. Bild: WDR / Talash

Zu dem Termin erwartet das Hagener Amtsgericht viele Interessenten und hat deshalb vorsorglich den großen Sitzungssaal im Landgericht reserviert. Allerdings weiß niemand - selbst der Gutachter nicht -, wie es in dem Haus aussieht. Denn ein Teil der Großfamilie lebt noch dort und hat bislang den Zutritt verweigert. Wer also letztlich das Haus ersteigert, wird die Bewohner per Gerichtsbeschluss heraus klagen müssen.

Täter ist seit dem Urteil auf der Flucht

Das Oberhaupt der Großfamilie war Ende 2019 zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte die Technik in Spielautomaten manipuliert haben. Dadurch zeigten die Geräte auf den Abrechnungen weniger Umsätze an, als sie wirklich erzielt hatten. Diese Beträge sollen dann noch mit einer Spezial-Software geschönt worden sein.

Aber noch vor Haftantritt war der Mann in die Türkei gereist. Begründung: Er müsse sich um seine schwer kranke Mutter kümmern. Das Gericht hatte ihm damals vorläufige Haftverschonung gewährt. Bis heute ist der verurteilte Spielautomaten-Betrüger nicht zum Haftantritt erschienen. Jetzt wird er mit europäischem Haftbefehl gesucht.

Quelle: wdr.de