Ausgesetzt - Thomas Kutschaty | WDR

Nordrhein-Westfalen Ausgesetzt: Thomas Kutschaty bei einem Handwerksbetrieb

Stand: 09.05.2022 13:34 Uhr

Die "Aktuelle Stunde" hat sechs Spitzenkandidaten und Spitzendkandidatinnen zur NRW-Landtagswahl buchstäblich ausgesetzt - sie wussten nicht, wohin es ging und wen sie treffen sollten. Für SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty ging es zu einem familiengeführten Handwerksbetrieb.

Von Oliver Scheel

Thomas Kutschaty will Ministerpräsident werden, nach fünf Jahren CDU-Herrschaft soll NRW wieder von der SPD regiert werden. In seinem Spot zur Landtagswahl kündigt er an, neue Wege zu gehen, neue Lösungen zu finden für Arbeit, Wohnen, Klima.

In der "Ausgesetzt"-Folge der Aktuellen Stunde muss der SPD-Chef zeigen, welche Wege er gehen will, um den Ausbildungsberuf interessanter zu machen.

Wie will Kutschaty das Problem der fehlenden Azubis lösen?

Denn in Neuss trifft er auf den Leiter eines Elektronik-Familienunternehmens und auf Dachdeckermeisterin Petra Dahmen. Das Handwerk kämpft mit großen Nachwuchsproblemen. Kann Kutschaty, der sich gern als bodenständiges Kind des Ruhrgebiets bezeichnet, die Handwerker von seinen Ideen überzeugen?

Firmenchef David Zülow konfrontiert Kutschaty mit seinem größten Problem: Seinem Ausbildungsbetrieb fehlt es an Azubis und Fachkräften. "Auf fünf ausgeschriebene Stellen habe ich drei Bewerber", sagt er. "Mein Vater hatte früher auf eine Stelle 50 Bewerbungen."

Dachdeckermeisterin Dahmen weiß, dass im Handwerk heutzutage viel mehr Know-how drinsteckt als früher. Sie sucht händeringend nach fähigen Azubis, sieht aber viele Absolventen schlecht auf Handwerksberufe vorbereitet. Auch Zülow betont, dass die technischen Anforderungen für einen Handwerksberuf gewachsen sind.

Raus aus der Kohle? Nur wenn Alternativen da sind

Kutschaty sagt, er wolle das Ausbildungssystem attraktiver machen. Er schlägt vor, die Mobilität von Azubis zu verbessern in Anlehnung an Studierendentickets. Auch bezahlbare Zimmer in Wohnheimen hält der SPD-Mann für denkbar.

Den Elektronikmeister Zülow treibt zudem die Sorge nach Energie um, wenn sowohl die Kohle als auch die Atomkraftwerke abgeschaltet werden. "Ich schalte nichts ab, ehe ich nicht andere Energiequellen habe", versichert ihm Kutschaty und stellt damit den Kohleausstieg bis 2030 infrage. Zum Abschied wünscht er den Azubis für ihre Abschlussprüfung viel Glück - damit Zülow wenigstens auf diese Mitarbeiter bauen kann.

Der "Ausgesetzt"-Beitrag wird am 9. Mai in der "Aktuellen Stunde" ausgestrahlt. Die anderen Spitzenkandidaten und Spitzenkandidatinnen wurden auch "ausgesetzt". Die Folgen werden in den kommenden Tagen gezeigt oder sind schon gesendet worden.

Quelle: wdr.de