Die Unternehmenszentrale des Rüstungskonzerns in Düsseldrof. | Federico Gambarini/dpa

Nordrhein-Westfalen Düsseldorf: Rheinmetall will tausende neue Jobs schaffen

Stand: 03.03.2022 09:54 Uhr

Weil die Bundeswehr aufrüsten will, plant der Rheinmetall-Konzern, seine Produktion hochzufahren. Davon könnte auch die Stadt Düsseldorf profitieren.

Die russische Invasion in der Ukraine schockt die Welt. Einige Gewinner gibt es aber dennoch. So zum Beispiel der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall: Dessen Aktienkurs war seit vergangener Woche zwischenzeitlich um mehr als 60 Prozent gestiegen.

Rheinmetall will die Produktion erhöhen

Nun hat Rheinmetall der Bundesregierung am Montag ein Angebot für eine Waffenlieferung unterbreitet. Den Wert der anvisierten Lieferung beziffert das Unternehmen auf rund 42 Milliarden Euro. Konkret gehe es um Panzer, Hubschrauber und Munition.

Vergangene Woche hatte die Bundesregierung beschlossen, die Ausgaben für die Ausrüstung der Bundeswehr deutlich zu steigern. Dafür sollen kurzfristig 100 Milliarden Euro bereitgestellt werden.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger will jetzt die Produktion hochfahren. "In vielen Werken arbeiten wir im Einschichtbetrieb, wir können auch rund um die Uhr arbeiten", sagte er. Rheinmetall rechnet damit, 1000 bis 3000 zusätzliche Mitarbeiter dafür zu brauchen, um die Aufträge der Bundeswehr abzuarbeiten. Den ersten Auftrag für mehrere tausend neue Helme hat das Düsseldorfer Unternehmen bereits in dieser Woche erhalten. Die Wochenzeitung "Wirtschaftswoche" hatte zuerst darüber berichtet.

Düsseldorf könnte von Steuereinnahmen profitieren

Auch die Stadt Düsseldorf könnte finanziell von neuen Aufträgen für Rheinmetall profitieren. Norbert Czerwinski von den Düsseldorfer Grünen freut sich über mögliche Steuereinnahmen. Auch wenn er sich wünscht, dass sie aus einer anderen Quelle kommen würden. "Die 100 Milliarden sind jetzt notwendig, weil die Situation so ist, dass wir uns um unsere Sicherheit Sorgen machen müssen", sagte er. "Aber wir wissen doch, dass wir eigentlich, um den Planeten zu retten, wichtigere Dinge mit dem Geld machen müssten".

Stadt Düsseldorf mit ambivalentem Verhältnis zu Rüstungsunternehmen

Vor allem der Einstieg von Rheinmetall ins Sponsoring im Düsseldorfer Sport im Februar stieß auf Kritik. "Das ist ein falsches Zeichen, einen Rüstungskonzern, der auch noch mit fragwürdigen Geschäftspraktiken aufgefallen ist, als Sponsor für die Sportstadt Düsseldorf zu nehmen", sagte Czerwinski. Dabei bleibe man auch ungeachtet der aktuellen Entwicklungen.

Das Unternehmen hat einen Vertrag mit der Stadttochter D.Sports unterschrieben. Dabei geht es um ein Engagement beim Bergischen HC, den Capitol Bascats Düsseldorf und auch Jugendmannschaften.

Quelle: wdr.de