Symbolbild: Coronaimpfung | dpa

Nordrhein-Westfalen Abgelaufener Impfstoff: Köln bietet Nachimpfungen an

Stand: 11.01.2022 07:03 Uhr

In Köln ist bei mobilen Impfangeboten in bis zu 2.000 Fällen abgelaufener Moderna-Impfstoff verabreicht worden. Die Stadt bietet nun Nachimpfungen an. In Leverkusen kam es zu einem ähnlichen Fall.

Nachdem in Köln bis zu 2.000 Dosen eines abgelaufenen Corona-Impfstoffes an Bürger verabreicht worden sind, will die Stadt Betroffenen mögliche Nachimpfungen und schnellere Booster-Impfungen anbieten. Es geht um eine Charge abgelaufenen Moderna-Impfstoffs.

Einbußen bei Wirksamkeit wahrscheinlich

Das Paul-Ehrlich-Institut könne nicht ausschließen, dass bei Impfstoff, der abweichend von den vorgeschriebenen Lagerbedingungen aufbewahrt wurde, gewisse Einbußen hinsichtlich der Wirksamkeit auftreten könnten, teilte die Stadt am Montagabend mit. Das Institut gehe allerdings nicht von einem Komplettverlust des Wirkstoffs aus. Die Stadt will die Betroffenen schriftlich informieren.

Zwischen dem 26. Dezember 2021 und dem 5. Januar 2022 sollen nach Angaben der Stadt Köln zwei Dienstleister abgelaufene Chargen des Impfstoffs Moderna verimpft haben. Mitarbeitern sei bei der Einlagerung des Impfstoffs ein Vermerk im Übergabeprotokoll entgangen. Demzufolge sollte der Impfstoff nur bis höchstens 26. Dezember 2021 benutzt werden, da er aufgetaut worden war. Im gefrorenen Zustand wäre das Haltbarkeitsdatum erst im Juni dieses Jahres abgelaufen.

Stadt: Keine Gesundheitsgefährdung

Eine gesundheitliche Gefahr bestehe nicht, betonte die Stadt. Nach den Angaben des Leiters des Kölner Gesundheitsamts, Johannes Nießen, ließen Erfahrungen aus vergleichbaren Fällen den Schluss zu, dass dennoch ein Impfschutz bestehe.

Die mit dem falsch gelagerten Impfstoff Zweitgeimpften sollten nach drei Monaten durch die Drittimpfung geboostert werden. Bei den mit falsch gelagertem Impfstoff geboosterten Personen sollte ebenfalls eine weitere Boosterung frühestens vier Wochen und spätestens drei Monate nach der nun erfolgten Drittimpfung vorgenommen werden.

200 abgelaufene Impfdosen in Leverkusen eingesetzt

Auch in Leverkusen teilte die Stadt am Montag mitgeteilt, dass knapp 200 abgelaufene Impfdosen gegen das Coronavirus verimpft worden sind. Laut Stadt lag der Moderna-Impfstoff zwei beziehungsweise vier Tage über dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Ursache sei, dass das Datum anhand des Lieferscheins falsch zugeordnet wurde.

Laut Gesundheitsamt ist auch in diesem Fall die Impfung für die Betroffenen unbedenklich. Ihnen sei ein Bluttest auf Antikörper angeboten worden.

Quelle: wdr.de