Clan-Tumulte bei Kreisligaspiel

Nordrhein-Westfalen Massenschlägerei bei Kreisligaspiel - Essener OB droht Konsequenzen an

Stand: 14.05.2024 17:04 Uhr

Nach den Tumulten am Rand eines Amateur-Fußballspiels am Wochenende hat Essens Oberbürgermeister angekündigt, unter anderem die Nutzungssatzung der Sportstätten zu verschärfen.

Künftig soll darin ausdrücklich stehen, dass keine gefährlichen Gegenstände in Stadien geduldet werden. Außerdem will Oberbürgermeister Thomas Kufen die Videoüberwachung ausweiten und auch die Vereine selbst stärker in die Verantwortung nehmen.

Kreisliga-Spiel wurde abgebrochen

Kurz vor der Halbzeit in der Kreisliga-Partie zwischen den Vereinen AL-ARZ Libanon und RuWa Dellwig am Sonntagnachmittag ging auf der Tribüne eine Gruppe Zuschauer auf eine andere los und begann, sie über den Platz zu jagen.

Das Spiel wurde abgebrochen, die Polizei rückte mit einer Hundertschaft an. Sie traf auf rund 200 Menschen auf dem Platz. Zeugen berichteten, dass sie Messer gesehen haben und gehört haben, wie eine Schusswaffe abgefeuert wurde.

Massenschlägerei bei Kreisligaspiel in Essen - Verdacht auf Clan-Bezug

Patronenhülse aus scharfer Schusswaffe

Die Polizei fand später eine Patronenhülse auf dem Platz, von der sich inzwischen herausgestellt hat, dass sie aus einer scharfen Waffe stammt. Bei der Auseinandersetzung wurden zwei Beteiligte leicht verletzt.

Spezialeinsatzkräfte haben noch in der Nacht zwei Tatverdächtige festgenommen. Sie sind mittlerweile aber wieder auf freiem Fuß. Der Verein AL-ARZ Libanon äußerte sich in einer Stellungnahme auf TikTok bestürzt über den Vorfall. So etwas habe auf dem Fußballplatz nichts zu suchen.

Ermittlungen durch Clan-Kommissariat

Wie genau es zu dem Tumult gekommen ist, hat die Polizei bisher nicht klären können. Sie ist jedoch sicher, dass er nichts mit Fußball zu tun hatte, sondern seinen Ursprung im Clan-Milieu hat.

Das Kommissariat für Clan-Kriminalität im Essener Polizeipräsidium hat deshalb die Ermittlungen übernommen. Um ein klareres Bild der Abläufe zu bekommen suchen die Beamten weiterhin nach Zeugen und Videos.

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter
  • Polizei/Staatsanwaltschaft Essen
  • Essener Oberbürgermeister Kufen