Frau hat keinen Empfang

Nordrhein-Westfalen Mobilfunklöchern auf der Spur

Stand: 18.05.2024 08:50 Uhr

Heute startet die zweite Mobilfunkmesswoche in Nordrhein-Westfalen. Freiwillige sollen über eine App Funklöcher melden, die Daten werden anonymisiert.

Von Doro Blome-Müller

Für ein besseres Mobilfunknetz im Land werden von Samstag an eine Woche lang freiwillige Funkloch-Melder gesucht. Die Bundesnetzagentur und das Land wollen mit der sogenannten Mobilfunkmesswoche das Mobilfunknetz in Nordrhein-Westfalen verbessern.

Ich krieg selber mit, wenn ich in Nordrhein-Westfalen unterwegs bin, dass immer wieder ganz normale Tätigkeiten, wie Telefonieren, abreißen.

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur

Mobil-Funklöcher melden mit der App

Ansicht der Melde-App für Funklöcher in NRW

Nach aktuellen Daten liegt die 4G-Flächenversorgung durch mindestens einen Mobilfunknetzbetreiber bei 98,2 Prozent. Mit 5G sind aktuell 93,7 Prozent der Landesfläche versorgt, allerdings eben nicht durch jeden Netzbetreiber überall. Das soll sich ändern. Vor allem die Gebiete, in denen kaum etwas oder gar nichts geht, sollen identifiziert und 4G- oder 5G-fähig gemacht werden. Denn 1,6 Prozent der Landesfläche sind komplett "weiße Flecken" und in immerhin 12 Prozent der NRW-Regionen steht wechselnd bei Telekom-, Vodafone- oder Telefonica-Kunden jemand auf der Leitung.

Daten sammeln per App und anonym

Um diesen Missstand zu beseitigen, setzen Bundesnetzagentur und Land zum zweiten Mal auf "Schwarm"-Daten-Sammler. Freiwillige sollen sich auf der Internetseite "5G-NRW" per QR-Code eine kostenlose App auf das Smartphone laden, die die Netzverfügbarkeit misst und die Daten dann anonymisiert an die Agentur schickt.

Vor einem Jahr haben sich daran 36.000 Nordrhein-Westfalen beteiligt und in einer Woche mehr als 13 Millionen Messpunkte erfasst. Ziel der ganzen Aktion ist es, die Behauptungen der Funknetzbetreiber mit der Realität abzugleichen und ihnen gegebenenfalls auf die Füße zu treten.

"Wir müssen wissen, wo sind Dörfer, Landschaften, Gehöfte, freie Siedlungsflächen noch nicht gut versorgt", erklärt Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur. Erst dann könne man die Mobilfunkbetreiber in die Pflicht nehmen. Und auf diese Weise sei die Kontrolle viel effektiver und genauer, als würden Messwagen durch die Lande fahren. "Notfalls messen wir noch mal nach und dann können wir einschreiten."

Von Funkloch zu Funkloch

Ein guter Kandidat für die Teilnahme an der aktuellen Mobilfunkmesswoche ist Alexander Hoffmann. Der Düsseldorfer ist Borussia-Dortmund-Fan und Dauerkarten-Besitzer. Regelmäßig nach dem Spiel in Dortmund fährt er mit dem Zug zurück nach Düsseldorf. Durch Funkloch und Funkloch und Funkloch. Das belastet ihn meist nicht besonders, aber manchmal sei es doch ärgerlich. So wie neulich nach dem Spiel Dortmund gegen Paris Saint Germain: "Ich wollte in Ruhe das Sportstudio gucken und wie ich dann feststellte, war zwischendurch ein großer Hänger. Auf den ländlichen Strecken war dann nichts mehr", berichtet der Fußballfan. Wäre er in der Eifel unterwegs gewesen, hätte er das noch verstanden, aber mitten im Ruhrgebiet?

Da wundert es mich schon, dass ich auf entfernt liegenden Inseln wie auf Madeira oder auf den Kanaren weitaus besseren Empfang habe, als hier in Deutschland.

Alexander Hoffmann

Über die Mobilfunkmesswoche berichten wir auch in den WDR-Nachrichten und im Morgenecho am 13. Mai 2024 auf WDR 5

  • Quellen:
  • Wirtschaftsministerium NRW
  • Bundesnetzagentur
  • Bundesministerium für Digitales und Verkehr
  • 5G-NRW Competence Center