Michael Schumacher im Ferrari-Overall im Jahr 2009 | dpa/weihrauch

Ehrung für Formel-1-Legende Schumacher erhält NRW-Staatspreis

Stand: 20.07.2022 13:09 Uhr

Große Ehre für Michael Schumacher: Der Formel-1-Rekordweltmeister ist am Mittwoch (20.07.2022) mit dem Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt worden.

Stellvertretend für den 53-Jährigen nahmen Schumachers Tochter Gina (25) und Ehefrau Corinna (53) die Urkunde aus den Händen von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) entgegen. Bei der Veranstaltung in der Motorworld in Köln fehlte Schumachers Sohn Mick, der am Wochenende in der Formel 1 in Frankreich startet.

NRW-Ministerpräsident Wüst: "Mensch mit großem Herz"

"Wir würdigen heute vor allem den Michael Schumacher jenseits des Rennsports und des grellen Scheinwerferlichts: einen Menschen, der ein großes Herz hat und dem es von jeher wichtig war, an andere zu denken", sagte Wüst.

Er ergänzte: "Michael Schumacher hat auch diejenigen im Blick, denen es nicht gut geht. Ihnen hat er mit äußerst großzügigen Spenden geholfen, meist ganz im Stillen. Seine Familie führt das karitative Engagement fort."

2005 hatte Schumacher alleine zehn Millionen Dollar für die Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien Ende 2004 gespendet. Auch nach den Hochwasserkatastrophen an der Elbe 2002 hatte Schumacher eine Million Euro gespendet. 2013 versteigerte er nach dem erneuten Hochwasser an der Elbe einen Mercedes-Rennanzug zugunsten der Betroffenen. "Es ist furchtbar, dass diese Leute zehn Jahre nach der Jahrhundertflut teilweise ihr Hab und Gut das zweite Mal verlieren", sagte er damals. Nach der Flut-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr spendete die Schumacher-Familie 500.000 Euro. Michael Schumacher war zudem UNESCO-Sonderbotschafter für Kinder in Not und setzte sich gegen den Missbrauch von Drogen und Alkohol ein.

Jean Todt hält Laudatio auf Michael Schumacher

Die Laudatio auf Schumacher hielt der frühere Ferrari-Teamchef und FIA-Präsident Jean Todt, langjähriger Weggefährte und Freund des siebenmaligen Weltmeisters. Unter den Gästen war auch Michael Schumachers Vater Rolf sowie zahlreiche Prominente aus Politik, Medien und Sport.

Schumacher selbst ist nach einem schweren Skiunfall Ende 2013 aus der Öffentlichkeit verschwunden und erholt sich weiterhin von den Folgen. 

"Ein ganzes Land sah Ferrari-Rot": Auch Wüst war Fan

"Natürlich würden wir uns wünschen, dass er seine Auszeichnung persönlich hätte entgegennehmen können. Er fehlt uns sehr", sagte Todt. "Michael Schumacher hat den Motorsport geprägt wie kein Zweiter vor und nach ihm."

"Und er hat die Begeisterung der Deutschen für diesen Sport entfacht: Kerpen, Monza, Spa – bis heute klingen diese Begriffe nach. Ein ganzes Land sah Ferrari-Rot", sagte Wüst: "Michael Schumacher hat Millionen Menschen fasziniert – weil er für Leidenschaft steht, für Teamgeist, für Höchstleistung im Zusammenspiel von Mensch und Technik. Und weil er als Mensch, als Persönlichkeit überzeugt hat – weil man sich mit ihm identifizieren kann."

Staatspreis höchste Auszeichnung des Landes NRW

Der Staatspreis ist die höchste Auszeichnung des Landes NRW. Schumacher werde für "seine herausragenden internationalen sportlichen Leistungen" und in "Anerkennung seines vorbildlichen sozialen Engagements und für seine Verdienste um sein Heimatland Nordrhein-Westfalen" geehrt, hieß es vonseiten der Staatskanzlei NRW.

In den vergangenen beiden Jahren gab es wegen der Corona-Pandemie keine Ehrung, bisher letzter Preisträger war im Jahr 2019 der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete WDR 3 in der Sendung Mosaik am 20. Juli 2022 um 06:05 Uhr.