Olaf Scholz, Uli Paetzel, Ina Scharrenbach und Frank Dudda. | dpa

Ruhrgebiet Scholz besucht renaturierte Emscher

Stand: 01.09.2022 13:22 Uhr

Bundeskanzler Olaf Scholz war heute zu Besuch an der Emscher in Castrop-Rauxel. Mit einem Festakt wurde der Abschluss des großen Umbaus gefeiert. Scholz pflanzte die erste Rebe für einen Weinberg an der Emscher. Später kommt er nach Essen zur Zeche Zollverein und spricht dort mit Bürgern.

Von Rike Ullrich

Beeindruckt von dem Umbau der Emscher war Scholz bei seinem Besuch im Ruhrgebiet. "Das Generationenprojekt Emscher-Umbau ist visionär und ein echtes Vorbild", sagte Scholz.

Festakt zum Abschluss

Bundeskanzler Scholz besucht renaturierte Emscher | Rike Ullrich, WDR

Bundeskanzler Scholz besucht renaturierte Emscher Bild: Rike Ullrich, WDR

Er sprach beim Festakt vor rund 500 geladenen Gästen. Er lobte das Projekt als weltgrößtes Renaturierungsprojekt und eines der größten Infrastrukturvorhaben Europas. "Heute stehen wir am Wasser und erleben, was vor drei Jahrzehnten noch unmöglich schien", so Scholz. "Heute bedeutet es keinen sozialen Makel mehr, am Ufer der Emscher zu wohnen. Das alles ist ein Beleg für innovative Ingenieursvorhaben und guter Arbeit. Eine großartige Investition in eine bessere Lebensqualität im Ruhrgebiet", sagte Scholz in seiner Rede.

Zum Festakt kam neben Scholz auch NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach. Ebenfalls anwesend waren unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Emschergenossenschaft, Uli Paetzel, sowie die Stadtspitzen von Herne, Castrop Rauxel und Recklinghausen.

In Zukunft Wein von der Emscher

An der Emscher in Castrop-Rauxel an der Stadtgrenze zu Recklinghausen soll in Zukunft der größte Weinberg der Region entstehen, in einem neu geschaffenen Naherholungsgebiet. Bundeskanzler Scholz pflanzte beim feierlichen Festakt am Donnerstag als Symbol die erste Rebe.

Jahrzehntelanger Umbau der Emscher

Feier zum Emscherumbau | WDR/Rike Ullrich

Bundeskanzler im Ruhrgebiet: Scholz besucht renaturierte Emscher und Zollverein Bild: WDR/Rike Ullrich

Bis Anfang der 90er-Jahre galt die Emscher als schmutzigster Fluss Deutschlands. Er wurde früher als Abwasserkanal der Bergwerke genutzt. Das Wasser der Emscher war damals eine stinkende Brühe aus Abwasser und Chemikalien. Tiere und Pflanzen im Bereich der Emscher waren tot. Seit 1992 wird der Fluss umfangreich renaturiert.

Von der „Köttelbecke“ zum Naherholungsgebiet

Der Umbau der Emscher ist ein umfangreiches Generationen-Projekt und laut Emschergenossenschaft eines der größten Umweltschutz-Projekte Deutschlands. Die Renaturierung kostet mehr als 5 Milliarden Euro. Kläranlagen, Pumpwerke und Wasserläufe sorgen dafür, dass der über 80 km lange Fluss zum Naherholungsgebiet wird. Mittlerweile ist die Emscher abwasserfrei. Der Umbau geht noch weiter, denn viele Nebenflüsse der Emscher sind kanalisiert. Die Emscher ist ein Nebenfluss des Rheins und verläuft von Holzwickede nach Dinslaken.

Bürgergespräch auf Zeche Zollverein

Ab dem Nachmittag wird Scholz dann in Essen sein. 90 Minuten lang wird der Kanzler sich auf dem Gelände der Zeche Zollverein den Fragen und möglicherweise auch dem Ärger der Bürger stellen. 150 Menschen werden dabei sein, sagte ein Sprecher des Bundespresseamtes. Der Kanzler freue sich darauf zu hören, was die Menschen im Alltag bewege und ihnen seine Politik zu erklären. Worüber sie mit dem Kanzler sprechen wollen, sei nicht bekannt. Es dürfte aber sicherlich um die immer weiter steigenden Lebenshaltungskosten gehen.

Über dieses Thema haben wir am 01.09.2022 auf WDR2 in der Lokalzeit berichtet.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema haben wir am 01.09.2022 auf WDR2 in der Lokalzeit berichtet.