Frau mit Maske sitzt in einem Zimmer, davor schließt sich eine Tür | dpa

Coronavirus NRW lockert Isolationspflicht

Stand: 23.11.2022 15:38 Uhr

Während andere Bundesländer die Isolationspflicht bei einer Coronainfektion ganz abschaffen, lockert NRW die Regelung lediglich.

Zuletzt ist in mehreren Bundesländern die Isolationspflicht bei einer Coronainfektion abgeschafft worden. Auch in Nordrhein-Westfalen wird darüber diskutiert. Aber: So weit will die schwarz-grüne Landesregierung nicht gehen. Stattdessen verkündete das Gesundheitsministerium am Mittwoch eine Verkürzung der Isolationspflicht.

Isolation endet nach fünf Tagen

Demnach müssen sich Betroffene bei einem positiven Testergebnis weiterhin zu Hause isolieren. Nach fünf Tagen wird diese Isolationspflicht aber künftig automatisch zu Ende gehen - egal ob dann ein Corona-Test negativ oder positiv ausfällt. Die neue Regel soll ab 30. November gelten, zu diesem Datum wird die Test- und Quarantäneverordnung des Landes angepasst.

Fünf Tage berechnen sich anhand des Kontrolltests

Im Detail sieht der Ablauf künftig so aus: Wer einen positiven Selbsttest hat, der ist verpflichtet, sich zur Kontrolle beim Arzt oder in einem offiziellen Testzentrum ein zweites Mal testen zu lassen - sei es per PCR- oder Schnelltest. Ist dieser Kontrolltest negativ, muss man sich nicht isolieren.

Bei einem positiven Ergebnis muss sich der oder die Erkrankte aber sofort für fünf Tage in häusliche Isolation begeben.

Maßgeblich für die Berechnung der fünftägigen Isolationsdauer ist der Tag des Kontrolltests. Aber: Gerechnet wird erst ab dem ersten vollständigen Tag der Isolierung, der Test-Tag selbst wird nicht mitgezählt. Anders ausgedrückt: Wer am Montag einen positiven Kontrolltest hat, der muss bis einschließlich Samstag in Isolation bleiben. Mit Beginn des Sonntag endet die Isolationspflicht dann automatisch.

Gesundheitsminister appelliert an Eigenverantwortung

Ab diesem Zeitpunkt setzt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) dann auf Eigenverantwortung: "Auch nach Ablauf der fünf Tage sollte man sich selbst testen und bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses freiwillig auf Kontakte verzichten oder bei unvermeidbaren Kontakten Maske tragen", sagte er. Wer sich krank fühle, solle sich krank schreiben lassen. Dies sei weiterhin auch telefonisch möglich.

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Ausnahmen für Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen

Ausnahmen von den Lockerungen gibt es für Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen. Sie dürfen so lange nicht arbeiten, bis sie ein negatives Testergebnis vorlegen können.

Aktuell gilt die Isolationspflicht in NRW noch für bis zu zehn Tage, und zwar nach dem ersten Auftreten von Symptomen. Um die Isolation vorher zu beenden, ist derzeit noch das "Freitesten" vorgeschrieben - also ein negativer Test mit entsprechender Bescheinigung, frühestens ab dem fünften Tag.

Laumann hält Isolation für weiter "erforderlich"

Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheits- und Arbeitsminister von Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz. | Federico Gambarini/picture alliance/dpa

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann Bild: Federico Gambarini/picture alliance/dpa

"Nach wie vor halte ich die Isolierung von infizierten Personen zum gegenwärtigen Zeitpunkt für erforderlich", erklärte Laumann die Entscheidung für die neuen Regeln, die ab kommender Woche gelten. Die Isolierung helfe dabei, Infektionen zu verhindern und Belastungen des Gesundheitssystems zur reduzieren.

Noch vergangene Woche hatte Laumann eine Lockerung der Isolationspflicht als "nicht vertretbar" abgelehnt. Inzwischen haben aber immer mehr Bundesländer diese Pflicht, zu Hause zu bleiben, abgeschafft: In Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein ist dies bereits der Fall. Am Mittwoch zog Hessen nach, von Samstag an gibt es auch in Rheinland-Pfalz keine Isolationspflicht mehr.

FDP will Isolationspflicht ganz weg

Auch deshalb fordert die FDP auch für NRW die Abschaffung. Das Land setze nicht auf die Eigenverantwortung der Menschen, sondern halte an Maßnahmen fest, die "ursprünglich für die Hochzeiten der Pandemie gedacht gewesen waren", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Yvonne Gebauer, am Mittwoch im Landtag. Dass das Freitesten wegfalle, sei nur ein "schwacher Trost".

Der Landkreistag NRW sieht hingegen die nun unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern kritisch. "Ein Flickenteppich ist kontraproduktiv", sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses und Landrat des Kreises Herford, Jürgen Müller. So sei es schwer vermittelbar, warum im Nachbarbundesland andere Regeln gälten. Nötig seien einheitliche und für alle verbindliche Regelungen.

Quelle: wdr.de