Eine Drohnenaufnahme zeigt das Hochwasser in Hitzacker.

Niedersachsen Pegelstände steigen wieder an: Hitzacker erwartet Hochwasser

Stand: 17.02.2024 10:21 Uhr

Durch den Regen sind die Pegelstände an vielen Flüssen wieder gestiegen. Besonders von möglichem Hochwasser betroffen ist Hitzacker. Hier könnten die Pegelstände so hoch ausfallen wie zuletzt Silvester.

Der Scheitelpunkt des Hochwassers wird laut Landkreis Lüchow-Dannenberg für Dienstag erwartet. Der Landkreis ruft Anwohnerinnen und Anwohner in und um Hitzacker an der Elbe dazu auf, sich auf das mögliche Hochwasser vorzubereiten. Schon jetzt stünden in den tiefer gelegenen Regionen Keller unter Wasser, sagte Torsten Beckman, Leiter des Fachdienstes Bau und Planung bei der Stadt Hitzacker. Das Wasser komme allerdings nicht aus den Flüssen, sondern das Grundwasser werde hochgedrückt. Bisher sind eine Schrebergartenanlage und ein Feriendorf überflutet.

Hochwasser an Aller, Leine Oker

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) spricht aktuell vor allem an Aller, Leine und Oker von einer größeren Hochwasserlage. Laut den aktuellen Pegeldaten des Landesbetriebs zeigen am Samstag fünf Pegel die höchste Meldestufe drei an. In diesen Gebieten könnten Straßen und Grundstücke überflutet werden. Am Donnerstag überschritten sieben Pegelstände die Meldestufe drei. Einige Talsperren im Harz waren am Freitag zu über 90 Prozent angestaut. Üblich sind zu dieser Jahreszeit 68 Prozent. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für die kommenden Tage immer wieder leichten oder wieder abziehenden Regen.

Umweltministerium: "Das Land ist vorbereitet"

Die Böden sind von den vielen Niederschlägen der vergangenen Wochen gesättigt, weswegen neue Niederschläge die Flüsse schnell anschwellen lassen. Für den Fall eines größeren Hochwassers sei das Land vorbereitet, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Umweltministeriums. Derzeit sei die Lage aber noch weit von der extremen Hochwasserlage um den Jahreswechsel entfernt.

Schätzung des Hochwasser-Schadens frühestens im März

Welchen Schaden das Hochwasser zum Jahreswechsel in Niedersachsen angerichtet hat, ist noch nicht abzusehen. Mit einer Schätzung der Kosten rechnet das Umweltministerium frühestens im März, wie ein Sprecher mitteilte. Das Wasser sei bislang nicht vollständig abgeflossen und weitere Prüfungen seien erforderlich. Mitte Januar hatte die Landesregierung das Innen- und das Umweltministerium beauftragt, den Schaden zu erfassen. Abgefragt werden beispielsweise Beschädigungen von Deichen und Straßen. Auch Verluste von Firmen, Bauern und Haushalten werden registriert.

Straßensperrungen wegen Hochwassers

In mehreren Regionen in Niedersachsen sind wegen Hochwassers wieder Straßen gesperrt. Laut Verkehrsmanagement-Zentrale handelt es sich dabei um:

  • Göttingen - Sandweg zwischen Rosdorfer Weg und Windausweg. Beide Fahrtrichtungen gesperrt.
  • Landkreis Northeim - L572 zwischen Northeim und Hollenstedt. Beide Fahrtrichtungen gesperrt.
  • Landkreis Northeim - L592 zwischen Abzweig nach Greene und Abzweig nach Haieshausen. Beide Fahrtrichtungen gesperrt.
  • Landkreis Northeim - K650 zwischen Garlebsen und Olxheim. Beide Fahrtrichtungen gesperrt.
  • Landkreis Gifhorn - K45 in Höhe Volkse. Beide Fahrtrichtungen sind gesperrt.
  • Landkreis Celle - K65 zwischen dem Abzweig nach Bannetze und Jeversen. Beide Fahrtrichtungen gesperrt.
  • Region Hannover - K335 zwischen Bordenau und Poggenhagen. Beide Fahrtrichtungen gesperrt.
Hochwasser-Meldestufen in Niedersachsen

Meldestufen für Pegel im Binnenland

  • Meldestufe 1: Meldebeginn, bordvoller Abfluss: Das Wasser kann im Gewässerbett abfließen, stellenweise sind schon kleinere Ausuferungen möglich. Noch keine Gefahr für Anlieger.
  • Meldestufe 2: Beginn von Kontrollen. Ausuferungen hauptsächlich in land- und forstwirtschaftlichen Flächen, möglicherweise mit ersten Verkehrsbehinderungen.
  • Meldestufe 3: Ein ständiger Wachdienst wird eingerichtet. Überschwemmung größerer Flächen und Überschwemmung einzelner Grundstücke, Straßen und Keller möglich. Maßnahmen zur Deichsicherung werden ergriffen.
  • Meldestufe 4: Im Binnenland nicht festgelegt, höchste Warnstufe für Küstengewässer. Unmittelbare Gefahr für Menschen, Tiere und Objekte. Die Standsicherheit der Deiche ist in Gefahr. Deiche könnten überströmt werden.

Quelle: Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)

Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.02.2024 | 07:00 Uhr