Mitarbeiter in der Waldbrandzentrale blicken auf Monitore und werten Bilder von Waldbrandüberwachungskameras aus.

Niedersachsen Waldbrandgefahr: In fünf Regionen gilt höchste Warnstufe

Stand: 17.05.2024 21:54 Uhr

Wegen des trockenen und windigen Wetters ist die Waldbrandgefahr in einigen Regionen Niedersachsens hoch. Vor allem im Osten des Landes gilt örtlich Warnstufe vier oder fünf ("sehr hohe Gefahr").

In den Landkreisen Celle, Gifhorn und Lüchow-Dannenberg ist das Risiko für Brände zurzeit am höchsten, wie der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Freitag zeigte. Demnach galt dort erhöhte Vorsicht. Die Landesforsten erinnern daran, dass in Wäldern, Mooren und Heide unter anderem kein offenes Feuer angezündet werden darf. Neben der Trockenheit erhöht vor allem starker Wind die Waldbrandgefahr, sagt Wetterexperte Frank Böttcher. "Die Sturmböen sind die Folge starker Luftdruckgegensätze."

Kameras überwachen Waldbrandgebiete

Die Wälder werden zentral in Lüneburg überwacht. "Wir freuen uns über jeden Waldbesucher. Sie sind für uns auch Waldbrandwächter, weil jeder ein Handy dabei hat und sofort Alarm schlagen kann", sagt Knut Sierk, Leiter der Waldbrandzentrale in Lüneburg. Dort überwachen geschulte Forstwirte rund 440.000 Hektar Wald im besonders von Bränden gefährdeten Nordosten. Die gesamte Waldfläche, die überwacht wird, liegt demnach bei knapp einer Million Hektar. Dafür werden auch Kameras genutzt. Die befinden sich in den Landkreisen Lüneburg, Heidekreis, Uelzen, Gifhorn, Lüchow-Dannenberg und Celle.

Warnstufe sinkt am Samstag in Niedersachsen

Mit den Kameras können nach Angaben der Waldbrandzentrale Gebiete kilometerweit überwacht werden. Bilder aus Celle haben demnach zuletzt sogar einen Dachstuhlbrand in Hannover gemeldet. Vier bis fünf Brände täglich würden in der Saison von März bis September angezeigt. Ein grundsätzliches Problem mit Trockenheit bestehe derzeit aber nicht, betont Meteorologe Böttcher. Durch die langen Regenfälle der vergangenen Wochen sei genügend Feuchtigkeit in den Böden. "Auch mittlere und tiefere Schichten sind gesättigt." Zudem wird in den nächsten Tagen weiterer Regen erwartet. Ab Samstag entspannt sich die Situation angesichts des durchwachseneren Wetters - landesweit sinkt die Gefahr fast überall auf Warnstufe drei ("mittlere Gefahr") beziehungsweise zwei ("geringe Gefahr").

In diesen Gebieten herrscht Gefahrenstufe 5

  • Lüchow (Landkreis Lüchow-Dannenberg)
  • Faßberg (Landkreis Celle)
  • Bergen (Landkreis Celle)
  • Wittingen-Vorhop (Landkreis Gifhorn)
  • Celle

In diesen Gebieten herrscht Gefahrenstufe 4

  • Freiburg/Elbe (Landkreis Stade)
  • Wendisch Evern (Landkreis Lüneburg)
  • Soltau (Landkreis Heidekreis)
  • Uelzen
  • Nienburg

Tipps der Landesforsten zur Waldbrandverhütung

  • kein offenes Feuer im Wald oder in Wald-Nähe
  • Grillen nur auf freigegebenen Grillplätzen, dazu das örtliche Forstamt fragen
  • im Wald gilt vom 1. März bis 31. Oktober Rauchverbot
  • Autos mit Katalysatoren nicht auf trockenem Gras abstellen
  • Einfahrten von Waldwegen nicht zuparken, sie dienen als Rettungswege
  • brennende oder glimmende Gegenstände wie Zigarettenkippen nicht wegwerfen
  • jeden Waldbrand unverzüglich unter der Notrufnummer 112 melden

Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 16.05.2024 | 08:30 Uhr