Bargeld liegt auf einem Bewirtungsbeleg, auf dem die Mehrwertsteuer mit 19 Prozent ausgewiesen wird.

Mecklenburg-Vorpommern Hohe Preise in der Gastronomie: Wird essen gehen bald zum Luxus?

Stand: 15.05.2024 11:37 Uhr

In der Gastro- und Hotelbranche klettern die Preise weiter nach oben - trotz weniger stark gestiegener Inflation. Diese Entwicklung stellt vor allem Gastronomen in Mecklenburg-Vorpommern vor eine schwierige Saison.

In Gaststätten und bei Hotelbuchungen stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp zehn Prozent, trotz einer geringeren Inflationsrate im jetzigen April. Laut statistischem Bundesamt kletterten die Preise seit dem Jahr 2020 in dieser Branche um durchschnittlich 30 Prozent. Die Statistiker nennen unter anderem gestiegene Mindestlöhne und teurere Transportdienstleistungen sowie höhere Preise für Nahrungsmittel und Energie als Gründe.

Selber Kochen statt essen gehen

Preistreiber ist zudem der seit Januar geltende reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 statt sieben Prozent. Dazu kommen außerdem gestiegene Personalkosten. Wirtschaftsforscher warnen, dass das mittelpreisige Segment wegbrechen könnte. Für viele Verbraucher heißt es wegen der hohen Kosten immer öfter: Pommes oder selber kochen statt feudal Essen gehen. Diesen Trend bestätigt auch Krister Hennige vom Dehoga-Verband Usedom. Er sagt, dass Imbissstuben wie Pilze aus dem Boden schießen würden und die klassischen Restaurants große Probleme hätten.

Gastronomen unter Zugzwang

Um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen, müssen Gastronomen neue Wege gehen. So lässt das Hotel Baltic in Zinnowitz auf Usedom seine Gäste zwischen zwei verschiedenen Abendbuffets wählen. Neben der klassischen Variante, für 38 Euro pro Person, mit üppiger Auswahl an Fisch, Fleisch und Desserts gibt es auch Angebote "nach unten". Für 18 Euro gibt es Pizza, Pasta und Antipasti. Nach Angaben des Hotels buchen etwa 20 Prozent der Gäste dieses Angebot bereits.

Kreative Angebote sollen Gäste halten

Das Hotel will aber noch einen Schritt weiter gehen und plant, künftig auch eine Art klassisches Abendbrot anzubieten. Mit Brot-, Käsesorten und Aufschnitt, fast so wie bei einem Frühstück, nur für den Abend ausgerichtet. Kosten: 12 Euro. Andere Restaurants kürzen dagegen ihr Angebot. Sie wollen auf eine kleinere Auswahl und gute Qualität setzen, damit die Gäste nicht komplett wegbleiben.

Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 15.05.2024 | 12:00 Uhr