Archivbild: 11.05.2024, Brandenburg, Grünheide: Am Ende einer Protestveranstaltung gehen die Teilnehmer wieder am Werk von Tesla vorbei.(Quelle: dpa/Patrick Pleul)

Brandenburg Protest gegen Tesla: IHK Ostbrandenburg sieht Gefahren für die Wirtschaft

Stand: 13.05.2024 18:13 Uhr

Die Industrie-und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg sieht in den Protesten gegen den US-Autohersteller Tesla eine Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. "Wir haben gerade mal ein Unternehmen gehabt, dass sich hier in der Region ansiedelt, dass auch mal ein Lichtblick war für alle jungen Leute, die auch hier in der Region bleiben wollten", sagte Monique Zweig, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostbrandenburg, am Montag dem rbb. "Das wird durch diese Aktionen nachhaltig beschädigt", zeigte sich Zweig überzeugt.
 
Generell würden derzeit viele Unternehmen in Ostbrandenburg eher pessimistisch in die Zukunft blicken, betonte Zweig. Laut aktuellem Konjunkturbericht, der am Montag in Frankfurt (Oder) vorgestellt wurde, schätzen 80 Prozent der Unternehmen ihre Lage als befriedigend oder schlecht ein. Auch die Investitionsbereitschaft ist demnach niedrig. Aktionen, wie die versuchte Besetzung der Tesla-Fabrik in Grünheide (Oder-Spree), schreckten Investoren zusätzlich ab, sagte IHK-Fachbereichsleiter Robert Radzimanowski.

Radzimanowski kritisierte auch die Art, wie der Streit um Tesla ablaufe. "Die Kommunalpolitiker in Grünheide und der Region stehen mit ihrem Namen und Gesicht in der Öffentlichkeit", sagte er. "Und ihnen gegenüber steht eine Gruppe Vermummter, die am Ende damit droht, wiederzukommen, wenn nicht - die aus ihrer Sicht - richtige Entscheidung getroffen wird. Das finden wir schon sehr befremdlich."

Teilnehmende eines Protestcamps bauen ihre Zelte ab. Nach fünf Tagen soll die Aktionswoche mit Protesten gegen den US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide bei Berlin am Sonntag zu Ende gehen. (Quelle: dpa/Pleul)
Tesla-Gegner beenden "Aktionstage" - und kündigen weitere Proteste an

Mehrere Tage lang haben Gegner des E-Autoherstellers Tesla am Werk in Grünheide demonstriert. Die Polizei stellt eine Bilanz mit vielen Verletzten und Festnahmen auf. Die Tesla-Gegner haben derweil angekündigt, den Protest fortsetzen zu wollen.mehr

Tesla lobt Polizeieinsatz und sachliche Debatte der Vorwochen

Von Mittwoch bis Sonntag hatten Gegner des E-Autoherstellers Tesla am Werk in Grünheide demonstriert. Die Proteste richteten sich vor allem gegen die geplante Erweiterung der Tesla-Fabrik.
 
Bei einer Demonstration am Freitag versuchten Demonstranten, auf das Werksgelände zu gelangen. Am Sonntag endeten die Proteste. Einige Bündnisse kündigten aber weitere Aktionen an. Die Gemeindevertretung Grünheide berät voraussichtlich am Donnerstag über die geplante Erweiterung des Tesla-Geländes.
 
Tesla setzte wegen der angekündigten Proteste die Produktion eine Zeit lang aus. Wie Tesla am Montag mitteilte, lief die Produktion am Sonntagabend wieder an. Ein Sprecher bedankte sich bei der Polizei für den Einsatz in Grünheide, die die "Versammlungsfreiheit geschützt und zugleich unsere Fabrik effektiv gegen gewalttätige Aktivisten verteidigt" habe.
 
Aus der Sicht von Tesla ist es bedauerlich, "dass vor allem die zum Teil gewaltbereiten Aktivisten über die letzten Tage hin die Situation vor Ort dominiert haben". In den Wochen zuvor habe es hingegen eine sachliche, faktenbasierte Debatte zu den Themen wie Grundwasserschutz, Wasserverbrauch, Umgang mit dem Baumbestand und Arbeitsschutz in der Fabrik gegeben.

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.05.2024, 16:40 Uhr
 
Mit Material von Michel Nowak