Ausschreitungen nach Nakba-Demo in Berlin-Neukölln

Berlin Mehrere Festnahmen nach pro-palästinensischen Aktionen in Berlin

Stand: 16.05.2024 15:02 Uhr

Nach einer Demonstration zum Palästinenser-Gedenktag Nakba am Mittwochabend hat die Polizei in Berlin mehrere Personen vorläufig festgenommen. Alle 47 Betroffenen wurden nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen, teilte die Polizei am Donnerstag mit.
 
Laut Polizeiangaben wurde bereits im Vorfeld des Gedenktages über die sozialen Medien in ganz Berlin zu dezentralen Aktionen unter dem Motto "Nakba Day Open Call for Action" aufgerufen. Im Anschluss an die weitestgehend störungsfreie Demonstration in Charlottenburg hatten sich demnach rund 200 Menschen im Bereich der Sonnenallee in Neukölln versammelt und vereinzelt Pyrotechnik und Bengalos abgebrannt. Nach Eintreffen der Polizei teilte sich die Gruppe in mehrere Kleingruppen auf, hieß es.
 
An mehreren Orten in Neukölln kam es laut Polizei dann zu weiteren Vorfällen. An der Sonnenallee brannte eine Mülltonne, die von der Berliner Feuerwehr gelöscht wurde. Außerdem wurden Einsatzkräfte mit einer Flasche beworfen, die ihr Ziel aber verfehlte. Am Kottbusser Damm legten Personen Gegenstände auf die Fahrbahn, darunter mehrere Fafrräder und zwei umgekippte Glasmülltonnen. Auch am Rathaus Neukölln wurden demnach Gegenstände auf die Fahrbahn geworden und Pyrotechnik gezündet.
 
Neben Festnahmen gab es auch zahlreiche Platzverweise. Insgesamt wurden fünf Anzeigen geschrieben - eine wegen eines Verstoßes gegen das Vereinsgesetz und jeweils zwei wegen Widerstands gegen Vollzugsbeamte und Nötigung im Straßenverkehr. Polizisten wurden den Angaben zufolge nicht verletzt.

Palästinensische Demonstration am 15.05.2021 in Berlin Neukölln. (Quelle: Picture Alliance/Vladimir Menck/SULUPRESS.DE)
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Rund 600 Teilnehmer bei Demo in Charlottenburg

In Charlottenburg waren laut Polizei am frühen Abend rund 600 Menschen zu einer Demonstration anlässlich des Palästinenser-Gedenktags am 15. Mai zusammengekommen. Dieser erinnert an die Flucht und Vertreibung Hunderttausender Palästinenser im ersten Nahost-Krieg 1948 nach dem Angriff einer Allianz arabischer Staaten auf den gerade gegründeten Staat Israel.
 
Die Demonstration blieb nach Polizeiangaben weitgehend ohne größere Zwischenfälle. Am Rande wurde demnach ein Mann vorläufig festgenommen, der bei einer früheren Versammlung mit einer Straftat aufgefallen war. Zudem sei eine Frau vorläufig festgenommen worden, die einen Hut mit einem verbotenen Symbol trug.
 
Am Samstag wollen anlässlich des Gedenktags ab 14 Uhr die Teilnehmer einer Demonstration mit dem Titel "Palestine will be free" vom Oranienplatz in Kreuzberg vorbei am Außenministerium zum Brandenburger Tor laufen. Angemeldet sind 2.000 Menschen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 16.05.2024, 7:00 Uhr