Vernebelter Geldautomat der Sparkasse Heidelberg

Baden-Württemberg Nebel gegen gesprengte Geldautomaten: Sparkasse Heidelberg stellt neue Maßnahme vor

Stand: 03.04.2024 16:39 Uhr

Neben Alarmanlagen, sprengsicheren Tresoren und Geldeinfärbungssystemen will sich die Sparkasse Heidelberg besser gegen Geldautomatensprenger schützen. Nebelanlagen sollen helfen.

In Baden-Württemberg wurden laut Landeskriminalamt 2023 mindestens 40 Geldautomaten zerstört. Um das in Zukunft besser zu verhindern, hat die Sparkasse Heidelberg neue Sicherheitsmaßnahmen eingeführt. Seit April sind alle Foyers der Filialen in Heidelberg zwischen 0 bis 5 Uhr nachts geschlossen - bis auf die Filiale am Universitätsplatz, sie schließt um 1 Uhr. Wer trotzdem eindringt, soll vernebelt werden.

Nebel in einer Bankfiliale

In wenigen Sekunden füllt sich das Foyer mit den Geldautomaten mit Nebel.

Neue Sicherheitsmaßnahme: Nebelanlagen in Foyers

Neue Nebelanlagen in den Sparkassen-Foyers sollen in Zukunft Automatensprengungen verhindern. Wer nachts in eine geschlossene Filiale einbricht, soll innerhalb von wenigen Sekunden im Nebel stehen und dadurch die Orientierung verlieren, so die Verantwortlichen. Zusätzlich wird die Polizei informiert. Die Nebelanlagen sollen bis Anfang 2025 in alle Filialen in Heidelberg eingebaut werden.

Es gilt Sachwerte und Personen zu schützen. Christine Dönges, Vorständin Sparkasse Heidelberg

Nachts werden Geldautomaten kaum genutzt

Nachts ist die Wahrscheinlichkeit, dass Geldautomaten gesprengt werden, am größten. Nach Angaben von Christine Dönges, Vorständin der Sparkasse Heidelberg, heben in diesem Zeitraum nur wenige Menschen Geld ab. Deshalb habe man sich für die nächtliche Schließung und die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen entschieden.

Ein gesprengter Geldautomat ist in einem Bankgebäude in Heidelberg zu sehen.

Ein gesprengter Geldautomat ist in einem Bankgebäude in Heidelberg zu sehen. Banken und Sparkassen in Deutschland wollen ihre Schutzmaßnahmen gegen die Sprengung von Geldautomaten wegen der gestiegenen Zahl von Attacken verstärken.

Durch Sprengungen von Geldautomaten ist der deutschen Versicherungswirtschaft allein im Jahr 2022 ein Schaden von rund 110 Millionen Euro entstanden. Weniger als ein Drittel davon entfiel auf das Bargeld aus dem Automaten. Die Aufklärungsquote liegt laut Innenministerium Baden-Württemberg bei nur 15 Prozent. Das Sprengen von Geldautomaten durch Kriminelle habe Experten zufolge den klassischen Bankraub weitestgehend abgelöst. Weil die Taten zum Teil auch in Wohngebieten geschehen, seien auch Menschenleben in Gefahr.

Sendung am Mi., 3.4.2024 14:00 Uhr, SWR4 am Nachmittag, SWR4

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