Eine Smartphone misst die Herzfrequenz.

Baden-Württemberg Basler Uniklinik wertet Herz-Daten von Smartwatch aus

Stand: 09.07.2024 18:35 Uhr

Personen mit Verdacht auf Herzrhythmusstörungen können Daten ihrer Smartwatch zur Herzfrequenz auf der Homepage des Universitätsspitals Basel hochladen. Sie bekommen eine Diagnose.

Wer möchte, kann die Daten seiner Smartwatch zum eigenen Herzrhythmus auf der Homepage des Basler Unispitals hochladen und von Herzspezialisten überprüfen lassen. Dr. Patrick Badertscher, der Leiter der schweizweit ersten digitalen Klinik für die Diagnose von Herzrhythmusstörungen, verspricht einen schriftlichen Befund innerhalb eines Tages samt ärztlicher Empfehlungen.

Die Analyse der Daten inklusive Empfehlungen kostet 20 Schweizer Franken. Dafür fallen die Suche nach Arztterminen und die langen Wartezeiten in der Arztpraxis weg.

Für 20 Schweizer Franken gibt es binnen 24 Stunden einen Befund

Der Basler Kardiologe verweist dabei auch auf die "Künstliche Intelligenz“, die in den meisten Smartwatches bereits eingesetzt wird: "Die Smartwatch kann feststellen, ob eine Herzrhythmusstörung vorliegt. Aber es ist ganz klar, dass das überprüft werden muss von einem Arzt.“

Anders als beim klassischen Langzeit-Elektrokardiogramm (EKG), das während 24 Stunden in der Klinik die Herzströme misst, sind die Daten der Smartwatch nicht so sehr von der "Tagesform“ der jeweiligen Person abhängig. Denn die Smartwatches zeichnen die Herzfrequenz ihrer Träger über einen viel längeren Zeitraum auf.

Die neue Serviceleistung ist nicht auf Bewohner des Kantons Basel-Stadt beschränkt, der das Basler Universitätsspital finanziert. Auch in Deutschland kann jeder Smartwatch-Besitzer, der über Herzprobleme wie "Vorhofflimmern“ oder Herzaussetzer klagt, das Angebot nutzen.

Wir schauen uns jedes EKG an. Dr. Patrick Badertscher, Kardiologe
Das Basler Universitätsspital bietet auch Online-Diagnosen an.

Das Basler Universitätsspital bietet auch Online-Service für potentielle Patientinnen und Patienten an.

Universitätsspital verspricht "höchste Datensicherheit"

Denn das Spital ist daran interessiert, möglichst viele Daten für die Forschung seiner Herzheilkunde zu bekommen. Die Daten, das ist Dr. Peter Badertscher besonders wichtig, werden aber anonymisiert weiterverwendet. Das heißt: Sie können von den Forschern nicht mehr einer bestimmen Person zugeordnet werden. So soll „höchste Datensicherheit“ garantiert werden.

Der Vorteil der Uhr ist, dass man sie ständig trägt.“ Dr. Patrick Badertscher, Universitätsspital Basel

Sendung am Di., 9.7.2024 10:00 Uhr, SWR4 am Vormittag, SWR4