Blick auf eine von der  "Identitären Bewegung Deutschland" betriebenen Website | Bildquelle: dpa

Rechtsextreme Gruppierung Bundesverfassungsschutz beobachtet "Identitäre"

Stand: 12.08.2016 12:07 Uhr

Das Bundesamt für Verfassungsschutz will künftig die rechtsextreme "Identitäre Bewegung Deutschland" unter Beobachtung stellen. Bislang war das den Bundesländern überlassen. Die Gruppierung stellt sich vor allem gegen die Einwanderung von Muslimen.

Die rechtsextreme Gruppierung "Identitäre Bewegung Deutschland" (IBD) steht künftig unter der Beobachtung des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Das gab eine Sprecherin der Behörde bekannt. Damit rückt der kritische Blick auf die "Identitären" auf Bundesebene - bislang war die Beobachtung der neurechten Aktivisten Sache der Bundesländer. So hielt das Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg die "rechtsextremistische und völkische" Auffassung der IBD in ihrem Jahresbericht für 2015 fest.

Aus dem Netz auf die Straße

In Deutschland ist die Gruppe seit 2012 aktiv, ihre Anfänge hat die Bewegung in Frankreich. Zunächst verbreiteten deren Anhänger ihre Ansichten über das Internet. Die "Identitären" stellen sich vor allem gegen die Einwanderung von Muslimen. Die Zuwanderung nach Europa sei Teil einer Verschwörung, bei der sowohl Wirtschaft, Politik und Medien ihre Hand im Spiel hätten. Sie wollten die europäischen Traditionen und Kultur zerstören und die Völker des Kontinents durch nicht-europäische Einwanderer ersetzen.

Nach und nach verlagerte die Gruppierung ihre Aktivitäten aus dem Netz auch auf die Straße und rief zu Demonstrationen und Flugblattaktionen auf. Die IBD-Mitglieder kamen bei Stammtischen zusammen. Auch in anderen Ländern Europas gründeten sich Ableger der "Identitären Bewegung".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. August 2016 um 16:00 Uhr.

Darstellung: