Hintergrund

Chronik zum NSU-Terror Rassistische Mordserie, staatliches Versagen

Stand: 27.08.2013 12:59 Uhr

1. Februar: In Düsseldorf wird der mutmaßliche NSU-Unterstützer Carsten S. festgenommen, wenig später kommt er in Untersuchungshaft. S. lebte nach WDR.de-Informationen offen schwul, unter anderem engagierte er sich im Team des schwul-lesbischen Jugendzentrums Puls. Seine rechte Vergangenheit soll er bereut und auf Nachfrage offen darüber gesprochen haben. Der von ihm geschilderte Bruch mit der rechten Szene sei nach Einschätzung von Kollegen glaubhaft gewesen. Die Bundesanwaltschaft sieht das anders: Nach bisherigen Erkenntnissen habe Carsten S. bis 2003 Kontakte in rechtsradikale Kreise gehalten. Mit den drei Mitgliedern des NSU, Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe, soll er in enger Verbindung gestanden haben. Zeitweilig soll er sogar der einzige aus dem rechtsextremistischen Umfeld der Gruppe gewesen sein, der unmittelbaren Kontakt zu ihr hatte.

Gemeinsam mit dem bereits inhaftierten Ralf Wohlleben habe er dem NSU 2001 oder 2002 eine Schusswaffe nebst Munition in Jena besorgt. Der Vorwurf der Bundesstaatsanwaltschaft lautet Beihilfe zum Mord. S. habe durch den Kauf der Waffe und die Weitergabe an die Terror-Gruppe billigend in Kauf genommen, dass die Schusswaffe für rechtsextremistische Morde verwendet werden könne. Unklar sei bislang noch, ob die Waffe tatsächlich zum Einsatz kam. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, S. sei früher Funktionär der NPD gewesen.

Fünfter mutmaßlicher Terrorhelfer des NSU in Düsseldorf festgenommen
tagesschau 20:00 Uhr, 02.02.2012, Frank Bräutigam, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

08. Februar: Eine Bund-Länder-Kommission soll helfen, die Neonazi-Morde aufzuklären und die Rolle der Verfassungsschützer zu beleuchten. Das hat das Kabinett beschlossen. Unklar ist noch, was genau die Aufgabe des vierköpfigen Gremiums ist. Und, ob die Kommission überhaupt gebraucht wird. "Diese Expertenkommission hat eine Bündelungs-, Analyse- und Bewertungsfunktion", so Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Die Opposition kritisiert, das Gremium sei überflüssig.

12. Februar: Als "absurde Spekulation" weist BKA-Chef Ziercke den Vorwurf zurück, seine Behörde habe bei Ermittlungen gegen die Rechtsterroristen der NSU Beweise vernichten lassen. Die Bundespolizei sei lediglich gebeten worden, die Kopie eines Datensatzes zu löschen. Dies sei ein normales Verfahren.

16. Februar: Der U-Ausschuss in Thüringen konstituiert sich. Das Gremium beschließt, Beate Zschäpe als Zeugin befragen zu wollen. In den folgenden Monaten deckt der Ausschuss zahlreiche Skandale rund um den NSU auf.

20. Februar: Die Staatsanwaltschaft Osnabrück erhebt Anklage wegen Volksverhetzung gegen den Produzenten und Sänger der rechtsextremen Band "Gigi & Die braunen Stadtmusikanten". Der 42-jährige Daniel G. aus Meppen soll in dem Lied "Döner-Killer" die NSU-Mordserie gutgeheißen haben. Die Anklage sei zum Amtsgericht Meppen gegangen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die CD erschien bereits 2010, also lange bevor die rassistische Mordserie bekannt wurde. tagesschau.de hatte über das Lied exklusiv berichtet.

23. Februar: Trauerfeier für die NSU-Opfer in Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel betont, viele Angehörige seien über Jahre hinweg selbst im Visier der Sicherheitsbehörden gewesen. "Diese Jahre müssen für Sie ein Alptraum gewesen seien", sagte Merkel. "Das ist besonders beklemmend, dafür bitte ich Sie um Verzeihung."

Semiya Simsek und Gamze Kubasik verloren ihren Vater durch die Morde der Terroristen. Simsek erinnerte sich in ihrer Rede an die Zeit mit ihrem Vater und dann, wie schwer die Zeit nach seinem Tod für sie und ihre Mutter gewesen sei. "In Ruhe Abschied nehmen und trauern konnten wir nicht", sagte Simsek zu den Verdächtigungen der Behörden gegen ihre Mutter und ihren toten Vater.

Gamze Kubasik und Semiya Simsek erinnern an ihre ermordeten Väter
ARD-Sondersendung, 23.02.2012

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

24. Februar: Carsten S. gesteht, dass er die wichtigste Tatwaffe für den NSU geliefert hat. S. war von Herbst 1998 bis Sommer 2000 Kontaktperson zwischen den untergetauchten Mitgliedern der Terrorzelle und dem ehemaligen NPD-Funktionär Ralf Wohlleben - der ebenfalls als mutmaßlicher Helfer der Gruppe in Untersuchungshaft sitzt. Zwischen Herbst 1999 und Sommer 2000 habe er den Untergetauchten die Waffe geliefert. "Hierbei handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um besagte Ceska 83, welche wohl bei den später begangenen Tötungsdelikten zum Einsatz kam", teilte der Verteidiger von S. mit. Er erklärte, Carsten S. habe aber keine Kenntnis davon gehabt, dass die Neonazis Straftaten geplant oder bereits begangen habe.

Herkunft der Tatwaffe in Neonazi-Mordserie offenbar geklärt
tagesschau 20:00 Uhr, 24.02.2012, Kolja Schartz, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Darstellung: