Eine Waffe wird vor einer Bilderwand mit den Porträts der Opfer der NSU-Mordserie gehalten. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Hintergrund Rechtsextremer Terror in Deutschland

Stand: 01.10.2018 15:43 Uhr

Der "NSU", die "Gruppe Freital" : Immer wieder geraten rechtsextreme Vereinigungen in Deutschland ins Blickfeld der Ermittler. Eine Auswahl.

"Nationalsozialistischer Untergrund"

Die bekannteste Terrorgruppe wird 2011 aufgedeckt: Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt leben fast 14 Jahre lang im Untergrund und morden als "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU). Die beiden Männer töteten zehn Menschen, begingen zwei Sprengstoffanschläge mit vielen Verletzten und mehrere Raubüberfälle. Am Ende nahmen sie sich das Leben. Nach mehr als fünf Jahren Prozess wurde Zschäpe im Juli 2018 wegen der Mordserie und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu lebenslanger Haft verurteilt.

Fahndungsbilder von Beate Zschäpe (l-r), Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos (von 1998) | Bildquelle: dpa
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Fahndungsbilder des NSU: Jahrelang agierten die Mitglieder im Untergrund.

"Gruppe Freital"

Die acht Mitglieder der Vereinigung werden im März 2018 vom OLG Dresden unter anderem wegen Bildung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und versuchten Mordes zu Haftstrafen zwischen vier und zehn Jahren verurteilt. Sechs legen Revision ein. Die Gruppe hatte 2015 fünf Sprengstoffanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und politische Gegner in Freital und Dresden verübt. Dabei wurden zwei Menschen leicht verletzt.

"Oldschool Society"

Die rechtsextreme Terrorgruppe plant Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte, um Flüchtlinge aus Deutschland zu vertreiben. Im März 2017 verurteilt das OLG München vier Mitglieder zu Haftstrafen zwischen drei und fünf Jahren. Zwei Angeklagte und die Bundesanwaltschaft legen Revision ein. Später werden weitere Mitglieder vor dem OLG Dresden angeklagt.

Prozess um Old School Society: Szene aus dem Gerichtssaal im April 2016 | Bildquelle: dpa
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Prozess um Old School Society: Szene aus dem Gerichtssaal im April 2016

"Kameradschaft Süd"

Wegen der Planung eines Bombenattentats auf die Einweihungsfeier des Jüdischen Zentrums in München verurteilt das Bayerische Oberste Landesgericht im Mai 2005 den Neonazi Martin Wiese zu sieben Jahren Haft. Wiese und drei mit ihm verurteilte Täter waren Mitglieder der rechtsextremen Vereinigung.

"Weisse Wölfe Terrorcrew"

Nachdem bei Mitgliedern Waffen und explosives Material gefunden wurde, verbietet der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Gruppe im März 2016. Sie bekenne sich "offen zu den Werten des Nationalsozialismus" und wolle "eine Diktatur nach diesem Vorbild errichten". Den Mitgliedern wird keine Bildung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

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