Svenja Schulze | Bildquelle: dpa

Reaktionen auf IPCC-Bericht "Klimaschutz ist eine Existenzfrage"

Stand: 08.08.2019 13:07 Uhr

Die Umweltministerin sichert mehr Engagement der Regierung zu, der Entwicklungsminister fordert Importeinschränkungen und Umweltverbände eine "Revolution der Agrarpolitik": der IPCC-Bericht ruft in Deutschland ein lautes Echo hervor.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat angesichts des Sonderberichts des Weltklimarats (IPCC) mehr Engagement der Regierung für den Klimaschutz zugesichert. "Klimaschutz ist eine Existenzfrage für uns Menschen", sagte sie bei einer Videopressekonferenz. Sie setze sich dafür ein, dass Deutschland und die Europäische Union einen starken Beitrag leisten, um den Planeten zu retten. Was im Moment getan werde, reiche nicht aus.

Mit einem Klimaschutzgesetz, das sie vorgelegt habe, sollen die deutschen Klimaziele verbindlich gemacht werden. Auch Förderprogramme und unterschiedliche Modelle für einen CO2-Preis würden derzeit diskutiert. Am 20. September will das Klimakabinett der Bundesregierung ein Maßnahmenpaket für den Klimaschutz vorstellen.

Auf europäischer Ebene sei die anstehende Reform der Agrarförderung eine gute Gelegenheit, die richtigen Anreize für mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft zu setzen. Die SPD-Ministerin betonte, dass die Land- und Forstwirtschaft ein Opfer des Klimawandels sei, aber auch ein wichtiger Verursacher - und damit Teil der Lösung.

Klöckner nimmt Landwirtschaft in die Pflicht

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mahnte "mehr Nachhaltigkeit und die Schonung unserer Ressourcen" an. Sie nehme die Landwirtschaft diesbezüglich in die Pflicht, sagte die CDU-Politikerin der "Passauer Neuen Presse".

Bei der Frage der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung könne nach Klöckners Ansicht der Ausbau digitaler Anwendungen und Lösungen helfen. Die Digitalisierung habe "das Potenzial, die Landwirtschaft weltweit produktiver und gleichzeitig nachhaltiger zu machen". Zugleich gehe es um "Wissenschaft und die Erkenntnisse moderner Pflanzenzüchtungen".

Klimakabinett will im September Maßnahmenpaket zum Klimaschutz vorstellen
tagesschau 15:00 Uhr, 08.08.2019, Kristin Joachim, ARD Berlin

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Müller fordert Importeinschränkungen

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller forderte vor dem Hintergrund des Berichts Einschränkungen der Importe von Soja und Palmöl in die EU. "Die EU sollte nur noch nachhaltiges Soja und Palmöl importieren", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Das Abholzen von Regenwäldern verursacht elf Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes", sagte Müller. "Alle vier Sekunden wird die Fläche eines Fußballfelds abgeholzt - vor allem für riesige Soja- und Palmölplantagen. Das müssen wir sofort stoppen."

Entwicklungsminister Gerd Müller | Bildquelle: dpa
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Bundesentwicklungsminister Müller fordert Einschränkungen beim Import von Soja und Palmöl.

Der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Georg Schütte, sagte, die Folgen der Dürren im vergangenen und in diesem Jahr auch in Deutschland machten deutlich, dass moderne Technologien nötig seien, um nachhaltig mit den natürlichen Ressourcen umzugehen. Langfristig brauche es weitere Anstrengungen der Wissenschaft, um beispielsweise dürreresistente Pflanzen zu züchten.

Almut Arneth, Ökosystemforscherin: "Die Weltbevölkerung zerstört ihre Lebensgrundlage"
tagesschau24 11:00 Uhr, 08.08.2019

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Verbände rufen zu raschem Handeln auf

Auch Umwelt- und Entwicklungsverbände drängen auf eine radikale Umkehr in der Landwirtschaftspolitik. "Eine Politik, die die Welt mit billigem Fleisch ernähren will, fährt das Klima vor die Wand", warnte der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Kai Niebert. Der dafür notwendige Sojaanbau und die entstehende Gülle zerstörten weltweit wertvolle Böden und heizten dem Klima ein. Notwendig sei beim Klimaschutz nicht nur der Ausbau erneuerbarer Energien, "sondern auch eine andere, sanftere Landwirtschaft". Für die EU bedeute dies "eine Revolution der gemeinsamen Agrarpolitik".

"Bei der Landwirtschaft müssen wir weg von einem System der Überproduktion und des Überkonsums, bei dem für das Futter unserer Schweine in Deutschland Regenwald und Grasland in Südamerika Plantagen weichen müssen", verlangte der WWF-Agrarexperte Rolf Sommer. Die Politik müsse jetzt "endlich die überfällige Agrarwende vollziehen sowie Wälder weltweit vor Abholzung schützen und nachhaltig nutzen", forderte der Agrarexperte des Umweltverbands BUND, Christian Rehmer.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. August 2019 um 14:00 Uhr.

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