Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine Rede | Bildquelle: OMER MESSINGER/EPA-EFE/REX/Shutt

Reaktionen auf Bayern-Wahl Merkel sieht Vertrauensverlust

Stand: 15.10.2018 15:31 Uhr

Erste Reaktionen überließ die Kanzlerin anderen - nun hat Merkel sich zum Wahlergebnis in Bayern geäußert: Auch durch die Große Koalition sei viel Vertrauen in die Politik verloren gegangen. Das will sie nun angehen.

Ein Vertrauensverlust der Wähler in die Politik ist nach Ansicht von Kanzlerin Angela Merkel verantwortlich für den Ausgang der bayerischen Landtagswahl mit herben Verlusten für CSU und SPD. Auch gute Wirtschaftsdaten und Vollbeschäftigung reichten den Menschen nicht, "wenn etwas nicht da ist, was eben so wichtig ist - und das ist Vertrauen, Vertrauen in die politischen Akteure", sagte die CDU-Chefin, ohne Namen zu nennen.

Selbstkritische Töne

Im Rückblick auf die langwierige Regierungsbildung und die Arbeit der Großen Koalition sagte sie, es sei "viel Vertrauen verloren gegangen". "Das gilt auch für Unionsparteien, von denen man erwartet, dass man gemeinsam agiert", fügte sie hinzu.

Hintergrund sind die wiederholten Angriffe der CSU auf die CDU in der Flüchtlingspolitik. "Deshalb ist meine Lehre aus dem gestrigen Tag, dass ich auch als Bundeskanzlerin dieser Großen Koalition stärker dafür Sorge tragen muss, dass dieses Vertrauen da ist und damit auch die Resultate unserer Arbeit sichtbar werden", sagte die Kanzlerin. Dafür werde sie "mit allem Nachdruck" eintreten.

Die CSU hatte bei der Landtagswahl nur 37,2 Prozent erzielt, gut zehn Prozentpunkte weniger als bei der Wahl von 2013. CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer bezeichnete das Ergebnis in Bayern als einen "klaren Warnschuss", dass die Bürger eine bessere Regierungsarbeit erwarten. Jeder der drei Koalitionspartner sollte zusehen, was er selbst dazu beitragen könne.

Die CDU wolle sich nun in den nächsten beiden Wochen voll darauf konzentrieren, dass die Parteifreunde in Hessen einen erfolgreichen Wahlkampf führen könnten. Bayern habe gezeigt, wie wichtig die beiden letzten Wochen seien, betonte Kramp-Karrenbauer.

Merkel hat die Partei hinter sich

Zuvor hatten mehrere CDU-Politiker bereits die Kanzlerin und Parteivorsitzende Merkel öffentlich gestützt. So sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, das schlechte Ergebnis müsse die CSU ganz allein verantworten. Im NDR legte er der Schwesterpartei personelle Konsequenzen nahe.

Armin Laschet, stellvertretender Vorsitzender CDU, zu den Problemen der Großen Koalition
Morgenmagazin, 15.10.2018

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Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nahm die Kanzlerin in Schutz. Sie habe am Wahlergebnis in Bayern den geringsten Anteil, sagte er im ARD-Morgenmagazin. Für ihn zeige das Ergebnis: "Ein Rechtsruck ist falsch. Die Union kann nur in der Mitte gewinnen." Der neue Konkurrent seien die Grünen.

Über dieses Thema berichteten am 15. Oktober 2018 das ARD-Morgenmagazin um 05:44 Uhr, 07:11 Uhr sowie um 08:15 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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