Manfred Stolpe | Bildquelle: dpa

Zum Tod von Manfred Stolpe "Mittler zwischen Ost und West"

Stand: 30.12.2019 16:48 Uhr

Er sei leidenschaftlich und gradlinig gewesen, ein Brückenbauer, zudem das Gesicht Brandenburgs. So würdigten Persönlichkeiten aus Politik und Kirchen heute den verstorbenen SPD-Politiker Stolpe.

Hochrangige Vertreter aus Politik und Kirchen haben die Verdienste des verstorbenen ehemaligen Ministerpräsidenten Brandenburgs, Manfred Stolpe, gewürdigt.

"Leidenschaftlich und geradlinig im Einsatz für seine Mitbürger prägte er die Politik unseres wiedervereinigten Deutschlands auf Landes- und Bundesebene entscheidend mit", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ehemaliger Ministerpräsident Brandenburgs Manfred Stolpe gestorben
tagesschau 20:00 Uhr, 30.12.2019, Griet von Petersdorff/Hanno Christ, RBB

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Merkel: "Landesvater und Gesicht Brandenburgs"

"Ich trauere mit seiner Familie und mit vielen Menschen, die er mit seinem Wirken berührt hat", so Merkel. Dieser habe als Ministerpräsident des neugegründeten Bundeslandes Brandenburg maßgeblich zum erfolgreichen Aufbau demokratischer Strukturen und Prozesse beigetragen. "Er war über viele Jahre Landesvater, Gesicht und Stimme Brandenburgs."

Schäuble: "Mittler zwischen Ost und West"

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) ehrte Stolpe als "Mittler zwischen Ost und West". Stolpe habe sich in zwei Systemen hohe Verdienste erworben - "vor der Wiedervereinigung im Bund der Evangelischen Kirchen der DDR als 'kirchlicher Chefdiplomat', nach 1990 als Ministerpräsident und Bundesminister", schrieb Schäuble an die Witwe des früheren SPD-Politikers.

"Sein Denken war das des versierten Juristen, sein Handeln das des preußischen Staatsdieners, sein Glaube ein christlicher, seine politische Haltung eine sozialdemokratische", heißt es in dem Kondolenzschreiben weiter. Schäuble wies auch auf die erfolgreiche und bewährte Vermittlerrolle Stolpes hin, etwa im Petersburger Dialog und im Deutsch-Polnischen Forum.

"Gegen Abwertung ostdeutscher Biografien"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete ihn als "überragende politische Persönlichkeit" - bis zuletzt bemüht um Frieden, Respekt und sozialen Ausgleich. Stolpe habe sich vom Schicksal bedrängter Mitmenschen bewegen lassen, ohne große Worte darüber zu verlieren: "Diese unmittelbare Menschlichkeit und Zugewandtheit prägte sein Leben. Als Mann der Kirche in der DDR hat er vielen Menschen geholfen, die wegen kritischer Meinungen, wegen ihrer christlichen Überzeugung oder einfach wegen ihres Wunsches auszureisen vom SED-Regime drangsaliert wurden."

Er habe sich "entschieden gegen die Abwertung ostdeutscher Biografien und die Marginalisierung der neuen Länder in der Bundesrepublik" gestellt, würdigte Steinmeier dessen Wirken.

Kirchen: "Christ" und "Brückenbauer"

Der katholische Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, würdigte ihn als eine "prägende Gestalt des jungen Bundeslandes Brandenburg und überzeugten Christen". Stolpe habe in seiner Regierungszeit zwischen 1990 und 2002 stets versucht, den Menschen in den schwierigen Jahren des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbruchs Orientierung und Hoffnung zu geben.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, erklärte, Stolpe sei der Brückenbauer zwischen den evangelischen Kirchen in Ost und West gewesen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Dezember 2019 um 17:00 Uhr.

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