Sigmar Gabriel bei seiner Ankunft auf dem Flughafen in Bamako in Mali. | Bildquelle: dpa

Syrische Militärbasis Gabriel verteidigt US-Angriff

Stand: 07.04.2017 09:57 Uhr

Bundesaußenminister Gabriel hat den US-Angriff auf eine syrische Luftwaffenbasis verteidigt, wirbt aber weiterhin für eine politische Lösung im Syrienkonflikt. Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande erklärten, Assad sei verantwortlich.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat den US-Angriff auf eine syrische Militärbasis "nachvollziehbar" genannt. "Dass die Vereinigten Staaten jetzt mit einem Angriff gegen die militärischen Strukturen des Assad-Regimes reagiert haben, von denen dieses grausame Kriegsverbrechen ausging, ist nachvollziehbar", erklärte Gabriel am Rande seiner Mali-Reise in Bamako, wie das Auswärtige Amt mitteilte.

Zugleich warb er für eine "politische Lösung" des Bürgerkriegs in Syrien. "Wir müssen jetzt mit aller Kraft die Arbeit der Vereinten Nationen unterstützen, um eine politische Lösung des Bürgerkriegs zu erreichen." Dafür würden auch "die beteiligten Konfliktparteien aus der Region und auch die USA und Russland gebraucht".

Gemeinsame Erklärung von Merkel und Hollande

Die Bundesregierung teilte mit, dass Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande am Morgen telefoniert haben. In einer gemeinsamen Erklärung sagten sie, Präsident Assad trage die alleinige Verantwortung für diese Entwicklung: "Sein wiederholter Einsatz von chemischen Waffen und seine Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung verlangten eine Sanktionierung, wie Frankreich und Deutschland sie bereits im Sommer 2013 nach dem Massaker von Ghuta gefordert hatten."

Frankreich und Deutschland wollten "im Rahmen der Vereinten Nationen ihre Bemühungen fortsetzen, um Präsident Assad für seine verbrecherischen Taten zur Verantwortung zu ziehen."

Kritik von der Linkspartei

Der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Jan van Aken, kritisierte den Angriff scharf. Van Aken sagte dem SWR: "Was für ein Irrsinn!" Er befürchte nun, "dass es sich hochschaukelt zwischen Russland und den USA". Anstelle des US-Angriffs wäre seiner Meinung nach eine unabhängige Untersuchung des Giftgasangriffs vor Ort richtig gewesen, um die Verantwortlichen für die Attacke zu ermitteln.

Van Akens Fraktionskollegin Sevim Dagdelen sagte dem SWR, bisher sei ein Stellvertreterkrieg geführt worden. "Jetzt droht ein Weltkrieg." Von der Bundesregierung verlangte Dagdelen, sie müsse sich für ein Ende der US-Angriffe einsetzen. Und klar machen, "dass deutsches Territorium dafür nicht zur Verfügung steht".

Bundespolitische Reaktionen auf US-Luftschlag
A. Ulrich, ARD Berlin
07.04.2017 10:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. April 2017 um 10:00 und 11:00 Uhr jeweils in der "Tagesschau in hundert Sekunden".

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