Ein Beamter eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) | Bildquelle: dpa

SEK-Einsatz Razzia gegen mutmaßliche Rechtsterroristen

Stand: 17.04.2018 11:20 Uhr

Die Bundesanwaltschaft hat in mehreren Bundesländern Wohnungen von Verdächtigen durchsuchen lassen, die eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet haben sollen. Unter Verdacht stehen vier Beschuldigte.

Wegen des Verdachts der Gründung einer rechtsterroristischen Vereinigung hat die Bundesanwaltschaft die Wohnungen von vier Beschuldigten in drei Bundesländern durchsuchen lassen. Ziel der von ihnen gegründeten Vereinigung soll es gewesen sein, "den Nationalsozialismus in Deutschland zum Wiedererstarken zu verhelfen", wie die Karlsruher Behörde mitteilte.

Laut Bundesanwaltschaft hatten die Verdächtigen auch Anschläge auf politische Gegner in Erwägung gezogen. Festnahmen gab es zunächst nicht. Die möglichen Anschläge sollen den Ermittlungen zufolge noch nicht näher konkretisiert worden sein.

Materialien für Brand- und Sprengvorrichtungen

Die Beschuldigten sollen sich allerdings bereits bemüht haben, sich Waffen, Munition sowie Materialien zum Bau von Brand- und Sprengvorrichtungen zu beschaffen. "Nach dem bisherigen Ergebnis der Ermittlungen eint die Beschuldigten eine nationalsozialistische Gesinnung", teilte die Bundesanwaltschaft mit. Die Beschuldigten sollen sich spätestens Anfang 2017 unter dem Namen "Nordadler" zu einer rechtsterroristischen Vereinigung zusammengeschlossen haben.

Die Durchsuchungen fanden in Bremen Blumenthal, in Niedersachsen im Landkreis Emsland und im Landkreis Northeim sowie im Landkreis Pinneberg in Schleswig-Holstein statt. Zudem wurde die Wohnung einer "nicht tatverdächtigen Person" in Thüringen durchsucht.

Die Außenaufnahme der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe .
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Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. "Die Beschuldigten eint eine nationalsozialistische Gesinnung", teilte die Behörde mit.

Razzia mit SEK

Bei den Razzien setzten die Landeskriminalämter auch ihre jeweiligen Spezialeinsatzkommandos ein. "Insbesondere soll geklärt werden, ob die Beschuldigten bereits über Waffen oder sonstige Gegenstände zur Anschlagsbegehung verfügen", so die Karlsruher Behörde.

Die Ermittler wollten sich laut SWR-Informationen Klarheit über die Gefährlichkeit der Gruppe verschaffen. Doch gefunden haben sie den Angaben zufolge nicht viel.

Ursprünglich hatte der Generalstaatsanwalt von Celle gegen die Männer wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt, doch der Generalbundesanwalt übernahm dieses Verfahren im Januar, weil er Anhaltspunkte für die Gründung einer terroristischen Vereinigung sieht.

Mit Informationen von Holger Schmidt, SWR

Razzia gegen Terrorgruppe "Nordadler"
Holger Schmidt, SWR
17.04.2018 11:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. April 2018 um 11:00 Uhr.

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