Einsatzkräfte der Bundespolizei stehen in Berlin-Lichtenberg auf einem Parkplatz und bereiten sich auf eine Razzia vor. | dpa

Aktion in drei Bundesländern Razzien wegen Zwangsprostitution

Stand: 17.03.2021 11:12 Uhr

Die Bundespolizei hat mehrere Objekte in Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein durchsucht. Dort sollen unter anderem Vietnamesinnen zur Prostitution gezwungen worden sein. Die Hauptverdächtige wurde verhaftet.

Mit Razzien ist die Polizei gegen mutmaßliche Schleuser und Zwangsprostitution vorgegangen. Durchsucht würden acht Objekte in Berlin, Hamburg und Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein), twitterte die Bundespolizei Berlin am Morgen. Die Verdächtigen sollen Vietnamesinnen, die offenbar illegal nach Deutschland gebracht wurden, zur Prostitution gezwungen haben.

Nagelstudios durchsucht

In Berlin wurden sechs Objekte durchsucht, darunter Wohnungen und Geschäftsräume wie Massagestudios und Nagelsalons. "Wir haben Hinweise darauf, dass sie auch als Bordelle benutzt wurden", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. In Hamburg und Timmendorfer Strand sei jeweils ein Objekt durchsucht worden. Auch ein "Safehouse", in dem die Opfer zeitweise untergebracht worden seien, wurde nach Informationen des RBB überprüft.

In Berlin-Lichtenberg wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen eine 43 Jahre alte Vietnamesin ein Haftbefehl vollstreckt. Sie war bereits vor Jahren in Berlin zu einer hohen Haftstrafe verurteilt worden - wegen Einschleusung von Vietnamesen. Im Fokus stehen laut Bundespolizei auch zwei weitere Verdächtige, eine 25-Jährige aus Vietnam und ein 64-Jähriger aus Deutschland.

160 Beamte im Einsatz

Nach Angaben der Bundespolizei sind rund 160 Einsatzkräfte im Einsatz. Ermittelt wird wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern sowie der Zwangsprostitution.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. März 2021 um 08:01 Uhr.