Polizisten überprüfen Personalien  | Bildquelle: dpa

Bundesweiter Polizeieinsatz Großrazzia wegen Zwangsprostitution

Stand: 18.04.2018 07:34 Uhr

Es handelt sich nach Angaben der Behörden um die größten Aktionen seit Bestehen der Bundespolizei: Bundesweit gehen Beamte gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution vor. Dabei gab es mehr als 100 Festnahmen.

Mit einer groß angelegten Razzia geht die Bundespolizei gegen Organisierte Kriminalität vor. Es handele sich um die größte Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahme seit Bestehen der Bundespolizei, teilten mehrere Direktionen über Twitter mit.

Nach SWR-Informationen sind Beamte seit sechs Uhr morgens in zwölf Bundesländern im Einsatz. Etwa 1500 Polizisten durchsuchten Bordelle und Privatwohnungen - bundesweit mehr als 60 Objekte. Mehr als 100 Personen wurden vorläufig festgenommen.

Mit gefälschten Visa nach Deutschland eingeschleust

Nach Polizeiangaben richtet sich die Großrazzia gegen Menschenhandel, Zwangsprostitution und Ausbeutung. Dabei geht es vor allem um Frauen aus Thailand und um Transsexuelle. Sie sollen mit gefälschten Visa nach Deutschland geschleust worden sein, um anzuschaffen. Das eingenommene Geld mussten die Opfer an ihre Peiniger abgeben, sagte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Stuttgart. Die Prostituierten sollen von Bordell zu Bordell gereicht worden sein.

An den Aktionen sei auch die Spezialeinheit GSG 9 beteiligt. Federführend für das Verfahren sei die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Die Ermittler haben insgesamt 56 Verdächtige im Blick, 41 Frauen und 15 Männer im Alter zwischen 26 und 66 Jahren. Hauptbeschuldigte sind dabei eine 59-jährige Frau aus Thailand und ihr deutscher Lebensgefährte. Die Frau wurde nach Angaben der Polizei in Siegen verhaftet.

Deutschlandweite Razzia gegen Rotlicht-Bande
tagesschau 12:00 Uhr, 18.04.2018, Martin Schmidt, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Seehofer lobt den Großeinsatz

Bundesinnenminister Horst Seehofer bezeichnete die Großrazzia als einen beispiellosen Schlag gegen "ein bundesweit verzweigtes Netzwerk". "Viele Hunderte Frauen und Männer waren der menschenverachtenden grenzenlosen Profitgier von Schleusern über Jahre und Landesgrenzen hinweg ausgeliefert", so der Innenminister. Diesem skrupellosen Vorgehen und der sexuellen Ausbeutung in einem abscheulichen Ausmaß habe heute ein Ende gesetzt werden können.

Größte Razzia seit Bestehen der Bundespolizei
Uwe Lueb, ARD Berlin
18.04.2018 08:58 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. April 2018 um 07:30 Uhr.

Darstellung: