Eine Polizistin bei einer Hells Angels Razzia | Bildquelle: dapd

Nordrhein-Westfalen Razzia gegen Rocker in NRW

Stand: 18.10.2017 14:14 Uhr

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Archivbild: Hells Angels

  • Waffen, Motorräder, Bargeld und Betäubungsmittel sichergestellt.
  • Razzien unter anderem in Düsseldorf, Köln und Krefeld.
  • Mehr als 700 Polizisten durchsuchen über 50 Gebäude.

Mehr als 700 Polizisten durchsuchen seit dem Mittwochmorgen (18.10.2017) landesweit Wohnungen und Geschäftsräume im Rockermilieu. Laut Innenminister Herbert Reul sind bisher neun Motorräder, fünfzehn Kutten und elf Geldspielautomaten beschlagnahmt worden.

  • Großrazzia bei Hells Angels in NRW

Herbert Reul (18.10.2017) | Bildquelle: picture alliance / Lisa Ducret/d
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Herbert Reul

"Außerdem konnten 13 Messer, ein Gewehr, ein Revolver, eine Armbrust sowie geringe Mengen Betäubungsmittel und über 60.000 Euro Bargeld sichergestellt werden", so Reul auf der Pressekonferenz am Mittwochmittag. Die Beschlagnahmungen zeigten, dass es sich um eine kriminelle Organisation handele.

Die Razzien laufen unter anderem in Erkrath, Düsseldorf, Ratingen, Wuppertal, Köln, Neuss und Krefeld. Dabei sind auch szenekundige Beamte, Diensthunde und Spezialkräfte im Einsatz. Hintergrund ist ein Verbot einer im Großraum Erkrath aktiven Gruppe der Hells Angels und deren Teilorganisation Clan 81 Germany durch das Innenministerium.

Für eine Bilanz sei es laut Lars Lindemann, Sprecher der Polizei Essen, aber noch zu früh. Er gehe davon aus, dass sich der Einsatz noch bis in den Nachmittag ziehen werde. "Aktuell gehe ich von einem störungsfreien Verlauf aus", so Lindemann. Zu möglichen Festnahmen konnten noch keine Angaben gemacht werden.

Hells-Angels-Anwalt kritisiert Großeinsatz

Wolf Bonn, Rechtsanwalt der Hells Angels, hat den Großeinsatz der Polizei gegen die Rocker kritisiert. "Da sind Dinge beschlagnahmt worden, die nicht vom Beschluss des Verwaltungsgerichts Düsseldorf umfasst sind", so Bonn.

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Verbot des Rockerclubs als Signal

Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat das Verbot der Erkrather Hells Angels Ortsgruppe Hells Angels MC Concrete und der Unterstützerorganisation Clan 81 Germany am Mittwochmorgen (18.10.2017) bekanntgegeben.

Zweck und Tätigkeit des Rockerclubs und seiner Mitglieder verstießen gegen Strafgesetze, hieß es in der Begründung. "Der Rechtsstaat nimmt nicht hin, dass Parallelgesellschaften wuchern, in denen seine Autorität und das Gewaltmonopol missachtet werden", erklärte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Deshalb sei das Verbot ein wichtiges Signal.

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Null-Toleranz-Strategie gegen Rocker

Das Verbot sei Bestandteil einer Null-Toleranz-Strategie der neuen Landesregierung gegen kriminelle Rockerbanden. Das Innenministerium beobachtete die Hells-Angels-Gruppe, nach eigenen Angaben, schon länger.

Zu dem Verbot sei es nun gekommen, weil inzwischen ausreichend Erkenntnisse dafür vorhanden seien, sagte eine Ministeriumssprecherin. Im August vergangenen Jahres kam es mitten in Erkrath zu einer Massenschlägerei, an der Rocker beteiligt waren und bei der auch Polizisten verletzt wurden.

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