Steuerfahnder nehmen an einer Razzia teil. | Bildquelle: dpa

Verdacht der Steuerhinterziehung Großrazzia wegen Cum-Ex-Deals

Stand: 11.04.2019 12:06 Uhr

Razzia in 19 Wohnungen und Geschäftsräumen: Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung bei "Cum-Ex"-Geschäften gab es eine Durchsuchungsaktion in vier Bundesländern. Der Steuerschaden beläuft sich auf mehrere Millionen Euro.

Ermittler haben am Dienstag 19 Wohnungen und Geschäftsräume in Hessen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern durchsucht. Im Fokus der drei Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main stehen sieben Beschuldigte.

Unter den Beschuldigten finden sich unter anderem Geschäftsführer und Mitarbeiter von Banken. Die Verdächtigen sind im Alter von 46 und 55 Jahren. Gegen welche Institute und Banken die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt, teilte sie nicht mit.

Steuerschaden in Höhe von rund 51 Millionen Euro

In einem Fall soll der 46-jährige Hauptverdächtige zwischen 2007 und 2011 als Geschäftsführer Cum-Ex-Geschäfte getätigt haben. Mit falschen Steuerbescheinigungen sollen so Steuererstattungen in Höhe von rund 43 Millionen Euro ausgezahlt worden sein. Zwei weiteren Beschuldigten, ehemalige Mitarbeiter einer Bank, werfen die Ermittler Beihilfe zu den Cum-Ex-Geschäften des 46-Jährigen vor.

In einem weiteren Verfahren sind zwei Geschäftsführer einer Gesellschaft aus Frankfurt am Main die Hauptbeschuldigten. Sie sollen zwischen 2007 und 2010 mit Cum-Ex-Geschäften Steuergeld hinterzogen haben. Auch hier sollen falsche Steuerbescheinigungen beim Finanzamt eingereicht worden sein. Mehr als zwei Millionen Euro Schaden soll so entstanden sein. Zwei ehemaligen Bankmitarbeitern wird in diesem Fall Beihilfe vorgeworfen.

Beim dritten Fall sollen ein ehemaliger und aktueller Geschäftsführer einer Gesellschaft mit Cum-Ex-Geschäften einen Schaden in Höhe von 5,5 Millionen Euro angerichtet haben. 

In Summe belaufe sich der Steuerschaden in diesen drei Fällen auf etwa 51 Millionen Euro.

Möglicherweise mehrfach Geld vom Fiskus erhalten

Neben diesen drei Verfahren führt die Generalstaatsanwaltschaft nach eigenen Angaben sieben weitere Ermittlungen zu Cum-Ex-Geschäften. Insgesamt sollen 52 Beschuldigte einen Schaden in Höhe von über 800 Millionen Euro verursacht haben. Zum Teil sind die Ermittlungen bereits abgeschlossen.

Bei Cum-Ex-Geschäften verschieben Banken und Fonds rund um den Dividenden-Stichtag Aktien und lassen sich so eine einmal gezahlte Kapitalertragssteuer mehrfach vom Fiskus erstatten. Die Bundesregierung schob der Methode 2012 einen Riegel vor.

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So funktionierten die "Cum-Ex"-Geschäfte

Grafik: Cum-Ex-Geschäft 1 von 6

Investor A ist Anteilseigner eines Großkonzerns. Er besitzt Aktien im Wert von 15 Millionen Euro.

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