Sigmund Jähn | Bildquelle: dpa

Erster Deutscher im All Raumfahrt-Pionier Jähn ist tot

Stand: 22.09.2019 21:08 Uhr

Der erste deutsche Raumfahrer Sigmund Jähn ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren. Sein siebentägiger Flug ins All machte ihn 1978 zum Volkshelden.

Sigmund Jähn ist tot. Der erste Deutsche im All starb am Samstag im Alter von 82 Jahren, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitteilte. "Mit Sigmund Jähn verliert die deutsche Raumfahrt einen weltweit anerkannten Kosmonauten, Wissenschaftler und Ingenieur", sagte die Vorstandsvorsitzende des DLR, Pascale Ehrenfreund.

Jähn war mit der Rakete "Sojus 31" am 26. August 1978 vom sowjetischen Raumfahrtzentrum Baikonur aus gestartet. Gemeinsam mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski (1934-2019) war er sieben Tage, 20 Stunden und 49 Minuten im All.

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Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall

Sigmund Jähn war der erste Deutsche im All. Am 26. August 1978 startete der NVA-Offizier mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski mit der "Sojus 31" ins All. Einen Tag später koppelten die Kosmonauten an die Orbitalstation "Saljut 6" an und umrundeten 125 Mal die Erde. | Bildquelle: imago/ITAR-TASS

DDR-Führung nutze Jähns Flug

Sein Flug ins All macht Jähn zum Volkshelden. Der erste Deutsche im Weltraum war ein DDR-Bürger. Die SED-Staatsführung nutzte den Flug für Propaganda-Zwecke, stilisierte ihn als Sieg im Wettrennen gegen die Bundesrepublik. Die westliche Presse dagegen verhöhnte ihn als "Trittbrettfahrer und Mitesser in der Russenrakete". Erst 1983 flog Ulf Merbold aus der Bundesrepublik als zweiter Deutscher ins All.

Der 1937 geborene Sachse Jähn war Oberstleutnant der DDR-Armee NVA. Nach der Ausbildung zum Jagdflieger bei den Luftstreitkräften der NVA wurde er von 1976 an in der Sowjetunion mit einem harten Training auf seinen Flug ins All vorbereitet. Nach dem Mauerfall war der Kosmonaut für die ESA aktiv. Er organisierte die Zusammenarbeit zwischen westeuropäischen und russischen Raumfahrern.

Sigmund Jähn schreibt seinen Namen auf die Landeskapsel. | Bildquelle: picture alliance / Psuhkaryov/Ta
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Nach seiner Landung am 3. September 1978 schrieb Sigmund Jähn seinen Namen auf die Landekapsel.

Raumfahrt-Museum in Jähns Geburtsort

Öffentlich trat Jähn zuletzt nur noch selten auf. Eng verbunden blieb er seinem Geburtsort Morgenröthe-Rautenkranz in Sachsen, wo das einzige Raumfahrtmuseum Deutschlands steht.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 22. September 2019 um 22:45 Uhr.

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