Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), beklagt rassistische Übergriffe. | Bildquelle: OMER MESSINGER/EPA-EFE/REX

Rassismus in Corona-Zeiten Integrationsbeauftragte beklagt Übergriffe

Stand: 23.05.2020 10:45 Uhr

Antisemitische Verschwörungstheorien, Vorurteile gegen asiatisch aussehende Menschen - mit der Corona-Pandemie haben sie Auftrieb bekommen. Ein Folge davon seien rassistische Übergriffe, beklagt die Integrationsbeauftragte.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, hat rassistische und antisemitische Übergriffe in der Corona-Krise angeprangert. "In der Corona-Krise werden Menschen beleidigt, bedroht, mit Desinfektionsspray besprüht und angegriffen", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Die Angriffe richten sich gegen Jüdinnen und Juden, gegen Menschen, die als Asiaten gesehen werden, gegen alle Altersgruppen vom Kleinkind bis zur Rentnerin", so die CDU-Politikerin. Die Zahlen der Opferberatungsstellen seien erschreckend. In wenigen Wochen seien mehr als 100 Berichte über antisemitische und rassistische Übergriffe eingegangen.

Die Politik müsse handeln

Nach Ansicht von Widmann-Mauz muss die Politik handeln: "Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass wir die Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus auf die höchste politische Ebene ziehen und dabei auch die Stimmen der Betroffenen Gehör finden." Rassismus zerfresse das Fundament unserer Demokratie.

Am vergangenen Mittwoch hatte der neue Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus zum ersten Mal getagt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) kündigte danach einen neuen Maßnahmenkatalog zur Vorbeugung gegen Extremismus für das kommende Frühjahr an. Ein erster Entwurf solle im Oktober vorliegen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. Mai 2020 um 03:00 Uhr in den Nachrichten.

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