Zeitumstellung auf Sommerzeit

Pro und Contra Für immer Sommerzeit?

Stand: 29.08.2018 20:52 Uhr

Eine Mehrheit ist gegen die Zeitumstellung. Nur welche Zeit soll künftig gelten? Moritz Stadler findet, dass die Sommerzeit die bessere Zeit ist. Jens Eberl hingegen plädiert für die immerwährende Winterzeit.

Pro: Sommerzeit ist Lebensgefühl

Von Moritz Stadler, WDR

Es sieht schlecht aus für die Zeitumstellung. Aber die Abkehr vom halbjährlichen Uhren umstellen darf nicht auch zu einem Ende des typischen Lebensgefühls im Sommer führen. An lauen Sommerabenden erreichen deutsche Städte ihren Höhepunkt an Lebensqualität. Bei milden Temperaturen draußen vor der Kneipe oder im Park - selbst Köln oder Hamburg entwickeln da so etwas wie mediterranes Flair. Solche Abende sind in normalen deutschen Sommern ohnehin rar gesät und stellt man für immer auf Winterzeit um, enden sie eine Stunde früher.

Dafür bekommt man eine Stunde mehr Helligkeit an Wintermorgen. Ein guter Deal? Wohl kaum. Wintertage sind ohnehin grau. Eine Petition für mehr Sonnenschein im Winter fände vermutlich noch mehr Unterstützer als die Umfrage der EU-Kommission zur Abschaffung der Zeitumstellung - das wird aber die Sonne nicht umstimmen. Man wird sich also - egal ob Sommer- oder Winterzeit - mit wenig Sonne im Winter arrangieren müssen.

Abends länger hell, morgens länger kühl

Im Sommer hingegen sind die Vorteile der Sommerzeit gravierend: Es bleibt nicht nur abends länger hell, es wird an Sommertagen morgens auch später warm. Das heißt: Wer möchte, kann bei angenehmen Temperaturen vor der Arbeit noch eine Runde joggen gehen.

Es bleibt mit der Sommerzeit morgens außerdem eine Stunde länger kühl. In diesem Sommer war das ein Segen. Und solche Hitze-Sommer werden, Klimawandel sei Dank, wohl zunehmen. Dann wird es immer häufiger schon kurz nach Sonnenaufgang zu warm sein um weiter zu schlafen. Die Hitze, ein kollektiver Wecker, den man mit der Winterzeit im Sommer für alle eine Stunde früher stellen würde - und zwar für immer.

Pro und Contra: Zeitumstellung
29.08.2018, Moritz Stadler, Jens Eberl, WDR

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Contra: Winterzeit ist gesünder und macht produktiver

Von Jens Eberl, WDR

Die Sommerzeit ist schön, aber eben nur im Sommer. Im Winter würde sie nerven, wenn man früh raus muss. Ein Beispiel: Ende Dezember geht die Sonne im Süden um kurz vor 8.00 Uhr auf, im Norden um kurz vor 9.00 Uhr. Wenn die Sommerzeit auch im Winter gilt, dann würde es noch eine Stunde später hell werden. Das ist kein guter Start in den Tag. Die eine Stunde, die es am Nachmittag zwischen 16.00 und 17.00 Uhr länger hell ist, bringt nicht viel. Da sitzen die meisten Menschen noch im Büro. Wer Kinder hat, weiß, wie schwer es ist, sie morgens aus dem Bett zu bekommen. Da kann das angehende Tageslicht schon helfen.

Winterzeit entspricht unserem Biorhythmus

Schlafforscher sagen außerdem: Wenn man schon eine Zeit als Normalzeit einführt, dann sollte es die Winterzeit sein, weil die eher unserem biologischen Tagesrhythmus entspricht. In der Nacht hat es dunkel zu sein, morgens hat der Tag eher heller zu beginnen. Die Sommerzeit schickt die Menschen zu spät ins Bett, der Wecker holt sie zu früh raus. Was fehlt, ist Schlaf. Das geht auf die Gesundheit und auf die Produktivität.

Eine Uhr in einem Blätterhaufen. | Bildquelle: picture alliance / SvenSimon
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Die Winterzeit sollte die Normalzeit sein, meinen Schlafforscher.

Die Entscheidung, ob am Ende die Sommer- oder die Winterzeit gilt, ist im übrigen Sache der einzelnen EU-Staaten. Es ist davon auszugehen, dass sich die EU bemühen wird, dass alle Länder die gleiche Zeit haben werden. Denn wenn es zwischen Österreich und Deutschland oder Italien und Griechenland plötzlich einen Zeitunterschied gibt, dürfte das ein ziemliches Chaos geben. Die südlichen Länder dürften von der Idee, nur noch eine Sommerzeit zu haben, nicht so begeistert sein wie wir. Denn dort freut man sich, wenn es früher dunkel und damit kühler wird.

Über dieses Thema berichteten am 29. August 2018 die tagesschau um 17:00 Uhr und 20:00 Uhr sowie das Nachtmagazin um 00:00 Uhr.

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