Polizisten und Teilnehmer einer Versammlung stehen sich in der Innenstadt von Magdeburg gegenüber | dpa

Kundgebungen in mehreren Städten Wieder Proteste gegen Corona-Maßnahmen

Stand: 04.01.2022 07:05 Uhr

In mehreren Bundesländern hat es erneut Kundgebungen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen gegeben. Sie verliefen nicht immer friedlich. In mehreren Städten - darunter Rostock und Potsdam - gab es auch Gegendemonstrationen.

Zehntausende Menschen haben gestern Abend bundesweit gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert - vor allem im Osten Deutschlands und oft bei nicht genehmigten "Spaziergängen". Allein in Thüringen gingen laut Polizei rund 17.000 Menschen auf die Straße. In Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich etwa 12.000 Menschen in mehr als 20 Städten an angemeldeten "Lichterspaziergängen" sowie an nicht angemeldeten Kundgebungen. In einigen bayerischen Städten und Gemeinden versammelten sich insgesamt etwa 10.000 Menschen.

Gegendemonstrationen in mehreren Städten

Auch gab es zahlreiche Aufzüge von Gegendemonstranten, die in Städten wie Trier, Greifswald oder Rostock Position bezogen. In der brandenburgischen Landeshauptstadt hatte das Bündnis "Potsdam bekennt Farbe" dazu aufgerufen, den Gegnern der Corona-Maßnahmen nicht die Stadt zu überlassen.

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert sagte auf einer Kundgebung, die Menschen machten mit ihrer Anwesenheit deutlich, dass es nicht nur den Protest gegen die aktuellen Maßnahmen gebe. Das Miteinander auf einer angemeldeten Demonstration zeige, dass es möglich sei, seine Meinung zu äußern, ohne gegen Regeln oder Gesetze zu verstoßen, so der SPD-Politiker.

Angriffe auf Polizisten

Die meisten der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen verliefen nach Angaben der Polizei ohne größere Zwischenfälle. Die Polizei schritt nach eigenen Angaben meist dann ein, wenn sich entgegen der Corona-Auflagen Aufmärsche formierten, Abstände nicht eingehalten wurden und die Teilnehmenden keinen Mund-Nasen-Schutz trugen.

Zu gewalttätigen Ausschreitungen kam es bei Kundgebungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen. So wurden etwa im sächsischen Lichtenstein laut Polizei Beamte attackiert. Demnach hatten sich in einen Pulk von etwa 200 Demonstranten etwa 60 gewaltbereite junge Leute gemischt. Insgesamt seien 14 Beamte verletzt worden. "Eine Person versuchte, einem Beamten die Dienstwaffe zu entreißen, und ein Polizist erlitt eine Bissverletzung durch einen Teilnehmer der Versammlung", teilte die Polizei weiter mit.

"Medienhasser" vor dem ZDF-Hauptstadtstudio

Ein Aufzug mit mehreren hundert Teilnehmern gab es auch vor dem ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin. Dabei wurden Parolen wie "Lügenpresse" gerufen. Der Deutsche Journalisten-Verband sprach auf Twitter von einer "kleinen radikalen Minderheit der Impfgegner, Querdenker, Corona-Leugner, Medienhasser und Demokratiefeinde", die sich vor dem ZDF-Gebäude versammelt habe. Die Solidarität des Verbandes gelte den Kolleginnen und Kollegen vor Ort und im Gebäude.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 03. Januar 2022 um 22:30 Uhr.