Der gesperrte Weihnachtsmarkt in Potsdam | Bildquelle: AFP

Bombenattrappe in Potsdam Polizei fahndet nach Absender

Stand: 02.12.2017 11:51 Uhr

Das in Potsdam gefundene Paket war offenbar nur eine Bombenattrappe. Die Polizei hält es inzwischen auch für eher unwahrscheinlich, dass der Weihnachtsmarkt das Ziel war. Sie ermittelt aber weiter in alle Richtungen - auf dem Paket war sogar ein Absender vermerkt.

Nach dem Fund einer mutmaßlichen Bombenattrappe am Potsdamer Weihnachtsmarkt fahndet die Polizei nach dem Absender des Pakets. Dieses sei von einem Lieferdienst zugestellt worden, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Brandenburg, Andreas Schuster, im Deutschlandfunk. Auf dem Paket sei sogar ein Absender angegeben. Es sei aber davon auszugehen, dass dieser falsch sei. Der Staatsschutz ermittele mit Hochdruck in alle Richtungen.

Nach aktuellen Erkenntnissen gehe man von einer Bombenattrappe aus, wie Schuster sagte. Es liefen aber immer noch Prüfungen. In dem Paket hätten sich ein sogenannter "Polenböller", Nägel und Batterien befunden. Ein Zünder wurde jedoch bisher nicht gefunden, so dass der Inhalt nicht explosionsfähig gewesen sei. Auch, ob sich sonst Sprengstoff in dem Paket befunden habe, werde weiter geprüft. "Aber derzeit gehen wir davon aus, dass es ausgeschlossen ist."

Ermittlungen nach Paketfund in Potsdam gehen weiter
tagesschau 17:50 Uhr, 02.12.2017, Viktoria Kleber, RBB

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Brand- oder Sprengsatz vermutet

Das Paket war in einer Apotheke in unmittelbarer Nähe des Weihnachtsmarktes abgegeben worden. Es wurde gesprengt, weil unklar war, ob es sich dabei um einen Brand- oder Sprengsatz handelte. Der Markt und mehrere angrenzende Straßen wurden geräumt. Nach bisherigen Erkenntnissen halten die Ermittler es jedoch "eher für unwahrscheinlich", dass der Weihnachtsmarkt das Ziel war.

PolizeiBrandenburg_E @PolizeiBB_E
Nach bisherigen Erkenntnissen halten es unsere Ermittler eher für unwahrscheinlich, dass der Weihnachtsmarkt Ziel war. #0112pdm #potsdam

Dennoch werden als Reaktion auf den Vorfall die Sicherheitsmaßnahmen auf Weihnachtsmärkten in Brandenburg erhöht. Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei sollen verstärkt auf Streife laufen, "vor allem in Potsdam", wie ein Sprecher des Lagezentrums sagte.

Sicherheitsvorkehrungen bundesweit verschärft

Anfang der Woche waren in Deutschland zahlreiche Weihnachtsmärkte eröffnet worden. Bundesweit wurden die Sicherheitsvorkehrungen nach dem Attentat auf einen Berliner Weihnachtsmarkt vor fast einem Jahr verschärft. Am 19. Dezember 2016 war der Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Markt an der Berliner Gedächtniskirche gefahren. Er tötete zwölf Menschen und verletzte mehr als 70 Besucher des Weihnachtsmarktes. In vielen Städten wurden deswegen in diesem Jahr Betonbarrieren aufgestellt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Dezember 2017 um 09:00 Uhr und die tagesschau um 09:50 Uhr.

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