Bischof Georg Bätzing  | Bildquelle: ARMANDO BABANI/EPA-EFE/Shutterst

Neuer Bischofskonferenz-Chef Grundanliegen: Nähe

Stand: 03.03.2020 16:26 Uhr

Der Limburger Bischof Bätzing ist zum neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt worden. Er hat sich als kommunikativer und zugänglicher Mensch einen Namen gemacht - und gibt sich offen für Reformen.

Von Klaus Hofmeister, hr

Ruhige Stimme, klare Augen, eine freundliche Ausstrahlung: Der 58-jährige Georg Bätzing, der gebürtige Westerwälder, ist ein unaufdringlicher und nahbarer Mensch - so erleben ihn die Limburger. "Der ist echt nett: Sympathisch, geht auf Leute zu, höflich zuvorkommend. Also, der Georg Bätzing war, glaube ich, ein Glücksgriff", sagt einer von ihnen.

Als Bätzing 2016 sein Amt in Limburg antrat, übernahm er ein skandalgebeuteltes Bistum, das unter seinem Vorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst zum Inbegriff von Verschwendungssucht geworden war. Unter den Mitarbeitern herrschte ein Klima der Angst, die Austrittszahlen erreichten Höchststände. Fast geräuschlos konnte Bätzing wieder Vertrauen wecken und Wunden heilen. "Ich bin ein kommunikativer Mensch", sagt er. "Das ist ein Grundanliegen: Nähe. Und die Leute begegnen mir unglaublich freundlich, vertrauensvoll."

Offen für Zölibatsreform

Georg Bätzing kommt aus dem Bistum Trier. Dort hatte er 20 Jahre lang wichtige Positionen, zuletzt als Generalvikar, davor war er Leiter des Priesterseminars. Zum Thema Zölibat hat er sich klar als Reformer positioniert: "Es schadet der Kirche nicht, wenn Priester frei sind zu wählen, ob sie die Ehe wählen wollen oder ehelos leben wollen. Die Ehelosigkeit ist nicht notwendig mit dem Priestertum verbunden, und wenn sie mehr und mehr zum Hindernis wird, dann müssen wir das überdenken."

Anja Würzberg, NDR, über die Wahl des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz
tagesschau24 15:00 Uhr, 03.03.2020

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Anwalt der Missbrauchsopfer

Ebenso klar ist seine Einstellung zum laufenden Reformdialog der Katholischen Kirche, dem sogenannten "Synodalen Weg", den er maßgeblich mit vorangetrieben hat. Bätzing will eine positivere Bewertung gleichgeschlechtlicher Beziehungen, mehr Frauen in Leitungspositionen und bessere Machtkontrolle: "Wir stehen an einem entscheidenden Wendepunkt, nach der Missbrauchskrise. Niemand darf denken, es gebe noch mal ein Zurück in irgendeine beruhigte Zone."

Als Bischof von Limburg hat er das Gespräch mit Missbrauchsopfern gesucht, unabhängige Juristen mit der Aufarbeitung alter Fälle beauftragt. Was dabei zutage trat, veranlasste unter anderem seinen Vorgänger Bischof Franz Kamphaus zu einer öffentlichen Bekundung des damaligen Versagens: "Wir haben lange Jahre den verkehrten Blick gehabt." Die Kirche habe nur auf sich selbst geschaut und gefragt, was ihr selbst schade, meint Bätzing. "Wir haben nicht gesehen, dass Menschen oft so verwundet sind, dass sie ihr Leben gar nicht in den Griff kriegen. Also fehlte uns die Opferperspektive!"

Viele Herausforderungen

Das wird nun seine erste große Herausforderung im Amt sein: eine aus Sicht der Missbrauchsopfer überfällige Entschädigungslösung durchzubringen und dabei die zunehmend auseinanderstrebenden Positionen seiner Bischofskollegen unter einen Hut zu bringen. Er wird es tun mit der Gelassenheit, mit der sich damals nach seiner Amtseinführung unter Applaus als Bischof vorstellte: "Hier bin ich, nun habt ihr mich!"

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. März 2020 um 15:00 Uhr.

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