US-Außenminister Mike Pompeo (8. April 2019) | Bildquelle: AFP

US-Außenminister in Deutschland Pompeos zweiter Versuch

Stand: 31.05.2019 09:25 Uhr

In den deutsch-amerikanischen Beziehungen kriselt es häufiger. So sagte US-Außenminister Pompeo Anfang Mai kurzfristig seinen Berlin-Besuch ab. Das heutige Treffen ist eine neue Chance.

Von Markus Sambale, ARD-Hauptstadtstudio

Wann die Krise begann zwischen Deutschland und den USA lässt sich genau festmachen: Im November 2016 als Donald Trump die Präsidentenwahl gewann. Für Frank-Walter Steinmeier, damals noch Außenminister, war da schon klar: "Nichts wird einfacher, vieles wird schwieriger." Er sollte recht behalten.

Da half es auch nichts, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel damals Werte beschwor, durch die Deutschland und die USA verbunden seien: Demokratie, Freiheit und Menschenwürde. Sie sagte: "Auf der Basis dieser Werte biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an."

Trump auf Konfrontationskurs

Von enger Zusammenarbeit - davon kann in den zweieinhalb Jahren seitdem keine Rede sein. Oft nicht mal von Zusammenarbeit. Stattdessen machte Trump Politik nach dem Motto: "America first".

Zum Entsetzen in Berlin warf er internationale Abkommen über den Haufen - ob zum Klimaschutz oder zur Abrüstung. Er ging auf Konfrontationskurs mit NATO-Verbündeten und mit Handelspartnern. Kanzlerin Merkel wirkte zuweilen ratlos: "Wenn man Handelsbilanzen diskutiert, muss man einfach sehen, dass Handelsaktivitäten im Grunde eine Summe aus Handelsströmen und aus Direktinvestitionen sind. Das versuche ich verzweifelt in Gesprächen mit dem amerikanischen Präsidenten deutlich zu machen."

Merkel und Trump beim G20-Gipfel in Buenos Aires | Bildquelle: AP
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Das Verhältnis zwischen Merkel und Trump - hier bei einem Treffen am Rande des G20-Gipfels - gilt als schwierig.

Tweet-Eklat

Vor einem Jahr folgte der große Eklat. Trump kippte nachträglich die Einigung beim G7-Gipfel in Kanada - per Twitter. "Die Rücknahme per Tweet ist natürlich ernüchternd und ein Stück deprimierend", kommentierte Merkel damals.

Diese Stimmung hat sich verbreitet: Mehr als 80 Prozent der Deutschen halten das Verhältnis zu den USA Umfragen zufolge für schlecht.

CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen macht sich keine Illusionen - auch nicht, wenn Trump mal gemäßigter klingt - wie im Februar bei seiner Rede an die Nation. Er sagt über Trump: "Er ist im Allgemeinen der Versöhner, der Brückenbauer und die Größe Amerikas. Wenn es konkret wird, ist er der größte Spalter, den das Land in diesem Jahrhundert gesehen hat."

Peter Beyer, CDU, zum Besuch des US-Außenministers Pompeo bei Merkel
MoMa, 31.05.2019

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Es gäbe viel zu besprechen

Der Kontakt zwischen den Regierungen in Berlin und Washington ist gestört: Direkte Treffen auf hoher Ebene sind selten. Dabei gibt es viel zu besprechen und weiterhin gemeinsame Interessen. Eines davon: Den Iran abzuhalten, Atomwaffen zu bauen.

Die USA setzen dabei auf Härte. Den hält Außenminister Heiko Maas für falsch. Er will das Atomabkommen mit dem Iran retten und hat mit Blick auf die USA eine große Sorge: "Maximaler Druck birgt immer die Gefahr einer unbeabsichtigten Eskalation."

Dass Deutschland und die USA wieder an einem Strang ziehen, damit rechnet derzeit niemand. Doch immerhin gibt es heute eine neue Chance miteinander zu reden. Immerhin: Nach einer kurzfristigen Absage vor zwei Wochen hat es diesmal geklappt - am Vormittag landete US-Außenminister Mike Pompeo auf dem Flughafen in Berlin-Tegel.

Pompeo in Berlin: Wie das deutsch-amerikanische Verhältnis in die Krise rutschte
Markus Sambale, ARD Berlin
31.05.2019 01:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Mai 2019 um 06:00 Uhr.

Korrespondent

Markus Sambale, WDR | Bildquelle: Jens Jeske/www.jens-jeske.de Logo WDR

Markus Sambale, WDR

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