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Corona-Protest in Münster Polizei-Ansage geht viral

Stand: 06.01.2022 16:33 Uhr

"Sie wollen uns eindeutig an der Nase herumführen" - zur besten Sendezeit läuft im tagesschau-Beitrag zu den Corona-Protesten ein Wortgefecht zwischen Polizei und Demonstranten in Münster. Das Video wurde in kürzester Zeit zum Hit.

Das Wortgefecht eines Polizeibeamten mit dem Teilnehmer einer unangemeldeten Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Münster ist zum Internet-Hit geworden. Der Ausschnitt aus der tagesschau vom Montag wurde bei Twitter mehr als 290.000 Mal angeklickt.

"Sie wollen uns verarschen"

Auf dem Video ist zu sehen, wie ein Beamter zu Teilnehmern der Demo am Montagabend sagt: "Sie wollen nicht spazieren gehen. Sie wollen uns verarschen." Und weiter: "Sie wollen uns hier eindeutig an der Nase herumführen."

Ein Sprecher der Polizei Münster sagte, der kurzen Szene sei eine längere Diskussion vorausgegangen, bei der der Beamte den Teilnehmern hinreichend erklärt habe, warum es sich bei dem angeblichen "Spaziergang" aus polizeilicher Sicht um eine Versammlung handele. "Die Wortwahl des Kollegen ist sicherlich zu diskutieren. In der Sache war es aber notwendig, klare Kante zu zeigen", sagte der Sprecher.

Immer wieder unangemeldete Proteste

Am Montagabend hatten erneut bundesweit mehrere Zehntausend Menschen gegen die Einschränkungen in der Corona-Pandemie protestiert. Teils wurden Polizisten attackiert, es gab Verletzte und Festnahmen.

In den vergangenen Wochen trafen sich immer wieder Menschen zu unangemeldeten Protesten. Oft blieben diese Versammlungen unangemeldet und wurden als "Spaziergänge" deklariert. Nach Einschätzung der ARD-Rechtsredaktion handelt es sich aber in aller Regel um Demonstrationen, auf denen das Versammlungsrecht gilt.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser hatte betont: "Es gilt natürlich das Versammlungsrecht. Und ich bin sicher, dass die Sicherheitsbehörden das auch überall umsetzen", sagte die SPD-Politikerin. Das bedeute, dass eine Versammlung aufgelöst werde, wenn sie nicht angemeldet sei.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Januar 2022 um 20:00 Uhr.