Polizeiwaffe | Bildquelle: a (Hamann)

Statistik zu Polizeieinsätzen Schüsse alle sechseinhalb Tage

Stand: 24.07.2019 08:54 Uhr

Deutsche Polizisten haben im vergangenen Jahr elf Menschen erschossen. Dass Einsatzkräfte nicht öfter zur Waffe griffen, halten die Polizeigewerkschaften angesichts der Gewalt gegen Polizisten für bemerkenswert.

Polizisten in Deutschland haben im vergangenen Jahr bei Einsätzen insgesamt elf Menschen erschossen. Das geht aus einer Erhebung der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster hervor. 34 Menschen wurden demnach verletzt.

Im Schnitt schossen Polizisten alle sechseinhalb Tage auf Menschen. Die Statistik zeigt 56 Fälle auf. Die Zahlen liegen damit unter denen des Vorjahres. 2017 gab es 75 Fälle von "Schusswaffengebrauch gegen Personen". Dabei wurden den Zahlen zufolge 14 Menschen getötet und 39 verletzt.

Schüsse als letztes Mittel

Die Deutsche Hochschule der Polizei ordnet die elf Todesfälle im vergangenen Jahr Notwehr- beziehungsweise Nothilfe-Situationen zu. Demnach schossen die Polizisten, um sich selbst zu schützen oder um anderen Menschen in Lebensgefahr zu helfen.

"Die seit Jahren feststellbare steigende Gewalt gegen Einsatzkräfte hat nicht zu einer Steigerung des Einsatzes der Schusswaffe geführt", sagte der Bundesvorsitzende der Deutsche Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt.

"Wichtigste Waffe ist das Wort"

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, lobte die "hervorragende Aus- und Fortbildung" in Deutschland. Sie mache die Polizisten zu "hochprofessionellen Krisenmanagern". Die wichtigste Waffe von Polizisten sei das Wort.

In den USA erschoss die Polizei laut "Washington Post" im vergangenen Jahr 992 Menschen. Wenn man die Einwohnerzahlen berücksichtigt, ist die Zahl der von Polizisten erschossenen Menschen dort mehr als 20 Mal so hoch wie in Deutschland.

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