Polizisten (Archivbild) | picture alliance

Kriminalstatistik 2017 Zahl der Straftaten sinkt deutlich

Stand: 02.04.2019 09:36 Uhr

Die Zahl der Straftaten ist auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. "Deutschland ist sicherer geworden", sagte Innenminister Seehofer bei der Vorstellung der Kriminalstatistik.

Zum ersten Mal hat Horst Seehofer als Bundesinnenminister die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) vorgestellt. Demnach wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 9,6 Prozent weniger Straftaten registriert. Insgesamt verzeichnet die vorgestellte PKS 5,76 Millionen Delikte. Das ist der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung. Allerdings kam es zu mehr Morden und Drogendelikten.

"Deutschland ist sicherer geworden. Gleichwohl gibt es zur Entwarnung keinen Anlass", sagte Seehofer. Für die Behörden von Bund und Ländern bleibe viel zu tun, so der Innenminister.

Weniger Diebstähle und Wohnungseinbrüche

Rechnet man die ausländerrechtlichen Verstöße heraus, kommt man auf 5,58 Millionen Straftaten (minus 5,1 Prozent). Als ein Grund für den Rückgang gilt, dass wegen der geringeren Zuwanderung weniger ausländerspezifische Vergehen wie illegale Einreisen und unerlaubte Grenzübertritte registriert wurden.

Zum anderen sei es gelungen, Massendelikte wie Diebstahl einzudämmen. Diebstähle machten wie in den Vorjahren einen Anteil von 36,3 Prozent an der gesamten Kriminalität aus. Im Vergleich zum Vorjahr sank ihre Anzahl um 11,8 Prozent auf 2,09 Millionen Fälle. Mit 23 Prozent besonders stark zurückgegangen sind Wohnungseinbrüche, die aber immer noch 116.540 Fälle ausmachen. Bei 52.495 davon handelte es sich um Versuche. Mit 9,2 Prozent stark angestiegen sind allerdings die Rauschgiftdelikte. 330.580 Fälle wurden hier registriert.

Leichter Anstieg antisemitischer Straftaten

Laut der PKS gab es im vergangenen Jahr einen leichten Anstieg antisemitischer Straftaten. Im Jahr 2017 waren es mit 1504 Fällen 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr (1468). Insgesamt nahmen die Straftaten im Bereich der sogenannten Hasskriminalität von rund 10.750 im Jahr 2016 auf knapp 8000 im Jahr 2017 ab.

Dabei reduzierten sich die fremdenfeindlichen Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 28,4 Prozent. Mehr als die Hälfte der insgesamt knapp 40.000 politisch motivierten Straftaten (20.520) werden im Bericht Tätern mit rechter Ideologie zugeordnet. 1075 Straftaten hatten demnach einen islamfeindlichen Hintergrund, 129 Straftaten wurden als christenfeindlich registriert. 2017 kam es zu zwei christenfeindlich motivierten vollendeten Tötungsdelikten.

Holger Stahlknecht und Horst Seehofer stellen die Kriminalstatistik 2017 vor | dpa

Holger Stahlknecht und Horst Seehofer stellten die Kriminalstatistik 2017 in Berlin vor. Bild: dpa

"Statistik mit eingeschränktem Aussagewert"

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, sieht die PKS kritisch. "Die Statistik hat nur eingeschränkten Aussagewert über die wirkliche Kriminalitätsbelastung in Deutschland", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Gewerkschaft fordert einen jährlichen Sicherheitsbericht, der auch Straftaten, die nicht angezeigt werden, sowie Vandalismus-Schäden und Bagatelldelikte erfasst.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. Mai 2018 um 11:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Norddeutscher22 08.05.2018 • 18:38 Uhr

@18:07 von to be stupid first

'Das Gefühl, daß Sie für mich beschreiben ist Hysterie. Die Realität ist bei weitem eine andere.' Wenn eine Bevölkerungsgruppe fast 7* öfter ein Tötungsdelikt begeht, dann ist das Realität. Da zieht weder das Argument 'ist doch nur gefühlt' noch 'wird angeblich nur bei Ausländern angezeigt'. Tötungsdelikte werden immer verfolgt und haben rein gar nichts mit Hysterie zu tun